Hypo: Ex-Vorstände sollen sich bereichert haben

Neue Brisanz könnte der Polizei-Abschlussbericht zur Hypo-Causa bringen: So sollen sich die Ex-Vorstände Wolfgang Kulterer und Helmut Striedinger bereichert haben. In mindestens zwei Fällen sollen sie Kredite an Firmen vergeben haben, hinter denen sie durch Stohmänner und Briefkastenfirmen selbst gestanden sind.
Neue Brisanz könnte der Polizei-Abschlussbericht zur und  Helmut Striedinger  bereichert haben. In mindestens zwei Fällen sollen sie Kredite an Firmen vergeben haben, hinter denen sie durch Stohmänner und Briefkastenfirmen selbst gestanden sind.

Das Nachrichtenmagazin "News" berichtet über den 222 Seiten starken Abschluss-Bericht der SOKO Hypo zu den Hypo-Kreditfällen "AB Maris" und "Darija". Laut Ermittlern "besteht der begründete Verdacht, dass die ehemaligen Vorstände Striedinger (...) Kulterer (...) wirtschaftlich hinter Projekten" standen und somit "als die wahren Profiteure" anzusehen seien.

Laut Verdachtslage hätten Kulterer und Striedinger durch Missbrauch ihrer Befugnisse "einen bis dato nicht bezifferbaren Vermögensvorteil erlangt". Ging die Rechnung auf, und die Firma lief gut, wurde der Kredit zurückgezahlt, anderenfalls zahlte die Bank drauf.

Hypo-Skandal erhält neue Wendung

Das ist eine völlig neue Wendung in der Hypo-Causa. Auch wenn Kulterer und Striedinger , war seitens der Behörden nie ernsthaft davon die Rede, dass sie sich persönlich bereichert hätten. Die Ermittler stießen nun aber auf anonyme "Nummerndepots" bei der Sparkasse Bludenz, Filiale Lech am Arlberg, die laut SOKO-Bericht Kulterer und Striedinger zuzurechnen sind.

Dort sollen jene Aktien hinterlegt worden sein, über die die Ex-Hypo-Bosse - laut Verdachtslage - zu je einem Drittel an den Projekten "AB Maris" und "Darija" beteiligt waren. Im entsprechenden Zeitraum überwies die Hypo zumindest 20 Millionen Euro in das Firmenkonstrukt rund um diese Projektgesellschaften.

Kulterer weist Vorwurf zurück

Ex-Hypo-Vorstand Wolfgang Kulterer weist die Anschuldigung zurück. "Die Behauptungen, dass Herr Kulterer sich bereichert haben soll, sind völlig unrichtig", teilt sein Anwalt Ferdinand Lanker mit. "Es gibt bis zum heutigen Tag keinerlei Überweisungen oder Transaktionen aus Geschäftsfällen der Hypo Alpe Adria auf persönliche oder geschäftliche Konten meines Mandanten", so Lanker.

"Völlig ausgeschlossen"

Der Abschlussbericht der Soko liegt ihm außerdem noch gar nicht vor. "Diese Vorgehensweise der Ermittlungsbehörden ist jedenfalls mit den Prinzipien eines Rechtsstaates nicht vereinbar", schimpft Lanker. Da sein Mandant damit noch gar nicht konfrontiert worden sei, seien die Ermittlungen "grob unvollständig". Letztlich werde sich zeigen, dass sich Kulterer nie persönlich bereichert habe. "Dies kann unsererseits sogar völlig ausgeschlossen werden", so der Jurist.
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