Wirtschaft

Hypo-Prozess: Kulterer legt Geständnis ab

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:24

Überraschende Wende im Hypo-Prozess: der angeklagte Ex-Hypo-Vorstand Wolfgang Kulterer hat am Montag am Landesgericht Klagenfurt ein handschriftliches Geständnis abgegeben. Außerdem trennte er sich von seinem bisherigen Verteidiger Dieter Böhmdorfer.

Überraschende Wende hat am Montag am Landesgericht Klagenfurt ein handschriftliches Geständnis abgegeben. Außerdem trennte er sich von seinem bisherigen Verteidiger Dieter Böhmdorfer.

Kulterer hatte bereits in der vergangenen Woche während einer Verhandlung "Fehler" eingeräumt. Ein Schuldgeständnis im Sinne der Anklage hatte er dabei jedoch noch nicht abgelegt.

"In seinem Schreiben hat Herr Kulterer nun gestanden, dass er durch die Geheimhaltung der Put-Optionen zu den Vorzugsaktien seine Befugnisse missbraucht hat", bestätigte Rechtsanwalt Ferdinand Lanker am Dienstag.

Die Hypo hätte nach den 2006 aufgeflogenen Swap-Verlusten aus dem Jahr 2004 dringend Eigenmittel benötigt und ein Problem mit der "substanziellen Unterschreitung der gesetzlich geforderten Eigenmittelquote" gehabt, so Lanker. Und an das nötige Kapital zu kommen, entschied man sich für den Verkauf von Vorzugsaktien mit Put-Option.

Bei diesen Put-Optionen und deren Geheimhaltung habe sich Kulterer "fachlich auf die juristische Expertise" von Alexander Klaus, damals Anwalt der Hypo Alpe Adria, verlassen. Zudem habe auch Notar Reinhard Kern keinen Hinweis geliefert, dass diese Vorgangsweise unzulässig sei, sonst hätte Kulterer diesen Weg nicht weiter beschritten, so der Inhalt des Geständnisses.

Damit hat der Untreueprozess gegen die vier ehemaligen Hypo-Vorstände Josef Kircher, Wolfgang Kulterer, Siegfried Grigg und Tilo Berlin eine entscheidende Wende genommen.

Larissas Papa muss nicht vor Gericht

Jetzt muss sich Larissas Papa, Heinz Anton Marolt, nur noch machen: Der Verdacht, Wolfgang Kulterer hätte dem Kärntner Ex-FPPolitiker und Hotelier einst Kreditschulden in Millionen-Höhe erlassen und der Bank damit geschadet, hat sich nicht erhärtet. Ermittlungen zu einer entsprechenden Sachverhaltsdarstellung wurden vor wenigen Tagen eingestellt.

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