Eduard "Edi" Finger jun. ist tot. Er wurde in der Nacht auf Freitag vollkommen überraschend aus dem Leben gerissen. Nach einem Zusammenbruch versuchte ein Ärzteteam, den Kärntner im Wiener AKH zu reanimieren – erfolglos. Die genaue Todesursache ist noch nicht bekannt. Familie, Freunde und Fans sind tief bestürzt.
Mit Edi Finger jun. verlor Österreich eine Sportreporter-Legende, wie sie auch sein Vater Edi Finger sen. vor ihm war.
Edi Finger sen. war seit Mitte der 1960er Jahre als Sportreporter beim ORF tätig. Wie kein anderer fieberte er mit den Zusehern vor allem bei Fußball-Spielen und Ski-Rennen mit. Mit seinem Torschrei ("I werd narrisch") beim 3:2-Sieg Österreichs über Deutschland bei der Fußball-WM 1978 in Cordoba.
Bis heute werden seine legendären Worte immer wieder in diversen Fußball-Reportagen und historischen Ausschnitten über das ÖFB-Team abgespielt: "Da kommt Krankl […] in den Strafraum – Schuss … Tooor, Tooor, Tooor, Tooor, Tooor, Tooor! I wer’ narrisch! Krankl schießt ein – 3:2 für Österreich! Meine Damen und Herren, wir fallen uns um den Hals; der Kollege Riepl, der Diplom-Ingenieur Posch – wir busseln uns ab. 3:2 für Österreich durch ein großartiges Tor unseres Krankl. Er hat olles überspielt, meine Damen und Herren. Und wartens noch ein bisserl, wartens no a bisserl; dann können wir uns vielleicht ein Vierterl genehmigen."
In der 1970ern war Edi Finger jun. zudem als Radiomoderator bei Radio Wien in der Sportredaktion tätig. Noch bekannter wurde der Moderator auch durch seine Sportwetten-Anbieter-Werbung gemeinsam mit Reporter Adi Niederkorn unter dem Titel "Adi und Edi".
Finger jun. absolvierte auch erfolgreich mehrere Auftritte in bekannten TV-Shows wie "Die Millionenshow". Mit seiner Tanzpartnerin Nicole Kuntner wurde er zudem Achter in der ORF-Show "Dancing Stars" im Jahr 2006.
Der Kärntner hinterlässt zwei Kinder, eine Tochter und einen Sohn, der ebenfalls Edi getauft wurde. Die Familie lebt in Brunn am Gebirge. Laut Freunden war Edi Finger jun. Familie bei seinem Tod bei ihm. Erst Anfang des Jahres war die Schwester der Sportreporter-Legende nach langer Krankheit verstorben. Elisabeth "Sissy" Finger war langjährige Regisseurin der Bundesland-Sendung und zeichnete wiederholte Male für die Wahlberichterstattung des ORF verantwortlich.
Im Herbst des Vorjahres bekam sie – so ihr Bruder Edi damals gegenüber "Heute" – eine niederschmetternde Diagnose: Blutkrebs! "Sie hatte am Ende das Pech, dass bei ihr zwei sehr schwerwiegende Krankheiten zusammengekommen sind. Ich bin zwar kein Arzt, aber man hat mir erklärt, dass durch die Chemotherapie die körpereigene Immunabwehr massiv geschwächt wird. Daher war sie anfällig für weitere Infektionen. Im Wilhelminenspital hat sie sich dann mit dem Coronavirus angesteckt", so Edi Finger damals im Gespräch mit "Heute".