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"Ich habe Angst" – hier gehen Krähen auf Passanten los

Seit etwa zehn Tagen greifen Krähen in einem Stadtteil des französischen Annecy immer wieder Anwohnende an. Mehrere Menschen wurden verletzt.
08.05.2023, 15:41
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Im französischen Annecy kam es in den letzten zehn Tagen immer wieder zu Krähenangriffen auf Bewohnerinnen und Bewohner eines bestimmten Stadtteils. Die Menschen sind verängstigt, denn mehrere von ihnen wurden bereits verletzt. Die Angriffe konzentrieren sich auf die Avenue de Chambéry. Dort kann man derzeit auf Bäumen mehrere Nester sehen.

Die Zeitung "Le Dauphiné" hat mit Bewohnern eines Altersheims gesprochen. Viele von ihnen sind Opfer der Angriffe geworden. "Er ist ziemlich hart auf mich losgegangen und hat meinen Schädel aufgepickt", erzählt Andrée, eine der Bewohnerinnen. Sie habe nicht verstanden, was passiert sei und habe geblutet. Ihre Wunden ließ sie in einer Apotheke behandeln, danach konnte sie zurück nach Hause.

"Ich habe wirklich Angst"

Schlimmer getroffen hat es die 82-jährige Marie-Claude Lemasson. Sie erzählt gegenüber der Zeitung, dass sie bereits zweimal angegriffen wurde. Auch sie erzählt, dass sie vom Angriff Kopfverletzungen davongetragen hat. "Ich habe mich gewehrt und hatte danach mehrere Tage lang Schmerzen".

Sie treffe nun einige Schutzvorkehrungen, bevor sie nach draußen gehe. So setzt die 82-Jährige zwei große Hüte auf und nimmt eine Fliegenklatsche mit. "Ich schäme mich ein bisschen, das zu sagen, aber ich habe wirklich Angst", sagt Marie-Claude.

Auch die Schwester der 92-jährigen Denise Baret wurde angegriffen. "Sie wollte mich am Mittwoch besuchen und wurde aus dem Nichts angegriffen. Sie hat von hinten einen großen Schlag auf den Kopf bekommen und dann zwei Stacheln auf ihren Wangen gespürt."

"Sie könnten uns ein Auge ausstechen"

Dass es in der betroffenen Gegend Krähen gibt, ist nichts Neues. Doch die aktuell wiederkehrenden Angriffe auf Menschen gab es noch nie. Weshalb sie passieren, ist bislang ungeklärt.

Für die Bewohnerinnen und Bewohner ist es wichtig, dass die Behörden reagieren und etwas unternehmen. "Mitten in der Stadt ist es nicht normal, von Vögeln angegriffen zu werden. Sie könnten uns ein Auge ausstechen. Die Stadt muss für den Schutz und die Sicherheit ihrer Bewohner sorgen", betont eine Rentnerin.

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