"Ich nutze eine Suchmaschine, die Bäume pflanzt"

Ist es noch okay, wenn ich mir das neueste iPhone kaufe? Ein Gespräch über gute Taten und Nachhaltigkeit als Lifestyle mit der Bloggerin Anina Mutter.

Mit ihren Inhalten trifft Anina Mutter den Nerv der Zeit. Die 32-jährige Bloggerin schreibt über Nachhaltigkeit – und das schon seit gut sieben Jahren. Es ist ein so umfangreiches Thema, dass es Personen, die erst seit kurzem auf das Plastiksackerl im Laden verzichten, oft Kopfzerbrechen bereitet. Was aber genau heißt es für sie, auf diese Art Gutes zu tun?

"Für mich gibt es nicht das klassische Gut und Schlecht – gerade im Bereich der Nachhaltigkeit ist etwas Gutes tun oftmals ein Kompromiss", sagt Mutter. Die wichtigste Message sei folgende: "Man muss nicht von heute auf morgen perfekt sein." Das Risiko sei sonst groß, dass einem das Thema schnell über den Kopf wächst.

Your dollar, your vote

Zu Beginn solle man lieber kleine Schritt machen und zum Beispiel da starten, wo es am wenigsten weh tut. "Jemand, der sagt: 'Eigentlich mag ich Fleisch gar nicht so sehr', der kann ja zum Beispiel darauf verzichten", so Mutter.

Grundsätzlich gelte: "Your Dollar is your vote". Das heißt: Man hat es selbst in der Hand, ob man eine kleine lokale Firma unterstützt, die Bio-Produkte anbietet oder ein internationales konventionelles Konglomerat. Wie aber setze ich das alles im Alltag um? "Nachhaltigkeit muss lebbar sein", sagt Mutter. In den kommenden Abschnitten gibt die Bloggerin deshalb konkrete Tipps.

Essen und Trinken

"Ich ernähre mich vegan", sagt Mutter. Das biete einen klaren Vorteil gegenüber der Massenproduktion, die einen negativen Einfluss auf Umwelt und Tiere habe. Beim Einkauf achte sie vor allem auf biologische, lokale und saisonale Lebensmittel. Ihr Lieblings-Food-Hack? "Pflanzenmilch selber machen! Das ist nicht nur lecker, sondern spart auch noch Verpackungsmaterial. Alles, was es dazu braucht, ist Mandelmus und Wasser."

Elektronik und Internet

"Ich habe das neueste iPhone, es ist für mich als Bloggerin das wichtigste Arbeitsgerät", sagt sie. Wichtig sei einfach, dass elektronische Geräte so lange wie möglich im Einsatz sind. "Mein Laptop hat noch ein CD-Rom-Laufwerk – er ist zwölf Jahre alt". Haben die Geräte einmal ausgedient, sollen sie auch fachgerecht entsorgt werden. Wenn die 32-Jährige im Internet etwas finden will, nutzt sie nicht Google: "Stattdessen habe ich ein Plug-in für meinen Browser von Ecosia. Das ist eine Suchmaschine, die Bäume pflanzt."

Mobilität und Reisen

"In den letzten zwölf Jahren habe ich genau zwei Langstreckenflüge gemacht", sagt Mutter. Das Fliegen lehne sie aber nicht per se ab. Man könne aber etwa – wenn man beruflich fliegen muss – die CO₂-Emissionen auch wieder kompensieren, mit Diensten wie zum Beispiel Myclimate. "Kompensieren ist sicher nicht die perfekte Lösung, aber es ist besser als nichts." Die Bloggerin selbst besitzt einen klima-kompensierten VW-Bus. Diesen nutze sie vor allem als Urlaubsmobil und nicht für alltägliche Strecken – da kämen vor allem das Fahrrad und die Öffis zum Einsatz.

Wohnen und Leben

Brauche ich als Einzelperson eine Fünfzimmerwohnung? Auch beim Wohnraum könne man den Fußabdruck reduzieren. "Ich habe zum Beispiel Ökostrom abonniert und schaue, dass Geräte komplett ausgeschaltet sind und nicht nur im Standymodus, wenn ich sie nicht nutze", sagt Mutter. Auch bei der Wohnungseinrichtung könne man auf die Nachhaltigkeit der Möbel oder auf Secondhand-Produkte setzen. Gleiches gelte für Kosmetika, Make-up, Putzmittel und Co.

Nachhaltigkeit habe für sie auch viel mit Selbstliebe zu tun: "Es ist ein ganzheitlicher Ansatz. Es hört nicht auf, nachdem ich grüne Politikerinnen und Politiker gewählt habe. Ich übe mich in Achtsamkeit und versuche zum Beispiel auch, Mitmenschen im Alltag Positives mitzugeben."

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