"Ich spuckte Blut, aber das AKH schickt mich weg"

Ein Wiener (62) wurde trotz starker Blutung nicht in der AKH-Notaufnahme behandelt.
Ein Wiener (62) wurde trotz starker Blutung nicht in der AKH-Notaufnahme behandelt.Sabine Hertel, privat (Montage "Heute")
Er hätte dringend operiert werden müssen, doch das AKH schickte ihn weg: "Und das, obwohl ich schon zwei Sackerl Blut verloren hatte", so ein Wiener.

Drei Operationen in nur zwei Wochen hat er hinter sich. Jeder Satz strengt ihn an, doch darüber will er nicht länger schweigen: Franz G. (Name geändert) packt in "Heute" über sein Martyrium aus. Alles begann vor 14 Tagen, "da wurde ich wegen einer Geschwulst an den Mandeln operiert", sagt der Wiener. Wenig später traten Komplikationen auf. Franz G. begann zu bluten, die Wunde musste genäht werden. "Doch mein HNO-Arzt im AKH hat mich bestens versorgt."

Nächtliches Martyrium

Vergangenen Donnerstag wurde er dann entlassen – "mit dem strikten Hinweis meines Professors, sofort die Rettung zu rufen und ins AKH zu kommen, sobald wieder Blutungen auftreten". Das geschah nur zwei Tage später. Die Gattin des Unternehmers alarmierte Samstagabend den Notruf. "Das Blut ist nur so geronnen, ganze zwei Sackerl habe ich vollgemacht", erinnert sich der Wiener mit Schrecken. Doch wirklich schrecklich wurde es erst, als er im AKH ankam: "Obwohl ich nach wie vor stark blutete, hat mich der Arzt in der Notfall-Ambulanz nicht aufgenommen. Er hat regelrecht einen hysterischen Anfall bekommen." Auch der Hinweis, dass sein behandelnder Arzt ihn für genau diesen Fall herbestellt hatte, ignorierte er laut dem 62-Jährigen: "Er sagte 'Sch... auf ihn, ich bin selber Professor', das haben sogar die Rettungsleute mitangehört." 

Not-OP in der Rudolfsstiftung

Als sein Zustand immer schlechter wurde, fassten sich zwei zufällig anwesende Notärzte in der Einfahrt ein Herz, legten einen Zugang und versorgten den Patienten notdürftig. "Die wahnsinnig freundliche Berufsrettung hat mich dann in die Rudolfsstiftung in den dritten Bezirk gebracht, wo ich sofort operiert wurde." Franz G. will nun rechtliche Schritte ergreifen: "Ich will kein Geld, aber so ein Arzt ist einfach Fehl am Platz." 

AKH geht den Vorwürfen nach

Als ersten Schritt wandte er sich – unterstützt von einer Bekannten – am Montag an die Ombudsstelle des AKH. Auf "Heute"-Anfrage bestätigt die dortige Pressestelle: "Die Ombudsstelle des AKH Wien hat das persönlich vorgebrachte Anliegen heute aufgenommen und die betroffene Klinik um Stellungnahme ersucht." Sobald diese vorliegt, möchte man Stellung beziehen. "Heute" wird weiter berichten. Franz G. liegt für weitere Behandlungen mittlerweile wieder im AKH. Ihm ist wichtig zu betonen: "Bis auf diesen einen Arzt sind hier alle wahnsinnig freundlich, kompetent und unternehmen alles, dass es mir bald besser geht ..."

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