Am vergangenen Samstag sorgte der deutsche Tabellenführer während des 4:1-Erfolgs bei den Breisgauern für heftige Diskussionen. Nach einem Wechsel-Fehler spielten die Münchner für 17 Sekunden mit zwölf Mann. Teammanagerin Kathleen Krüger hielt die alte Nummer von Kingsley Coman in die Luft, der fühlte sich nicht angesprochen, kein Spieler verließ das Feld, während ÖFB-Legionär Sabitzer schon auf den Platz lief. Referee Christian Dingert ließ trotzdem weiterspielen.
Nach minutenlangen Diskussionen wurde die Partie schließlich fortgesetzt. Nach einem Einspruch der Freiburger ermittelt nun der DFB. Ohne den Einspruch wäre nichts passiert, der Verband nicht von selbst tätig geworden. Dass es soweit kam, wurde von den Münchnern öffentlich angeprangert.
Aussagen, die Hamann nicht nachvollziehen kann. "Keiner von den Bayern hat ein Schuldeingeständnis abgegeben. Dabei haben sie die Tafel mit einer falschen Nummer hochgehalten. Wenn ich einen Fehler mache, muss ich mir das auch eingestehen", sah Hamann bei "Goal" den Fehler auf Seiten der Münchner. "Jetzt die Freiburger ins Eck der Unsportlichkeit zu drängen, ist bodenlos", ergänzte der 48-Jährige.
"Es ist nicht nur das Recht der Freiburger, sondern sogar ihre Pflicht, Einspruch einzulegen. Es geht um die Integrität der Liga. Ich habe dafür vollstes Verständnis. Es ist ein Regelverstoß, der geahndet werden muss", ergänzte der ehemalige Bayern-Kicker.
Auch ÖFB-Teamkicker Sabitzer wurde in die Kritik eingeschlossen. "Ich weiß auch nicht, was er sich dabei gedacht hat. Wenn du reingehst, machst du das natürlich erst, wenn der ausgewechselte Spieler das Feld verlassen hat", meinte Hamann.
Besonders unverständlich seien aber die Aussagen von Michael Gerlinger, Bayerns Rechtsdirektor. "Die Krönung war das selbstherrliche Zitat von ihm, er hat gesagt: ,Wir sind überzeugt, dass das DFB-Sportgericht nach den anwendbaren Regelungen nur zu einer Entscheidung kommen kann: Die Wertung unseres 4:1-Sieges bleibt erhalten.´ Das ist an Selbstherrlichkeit nicht zu überbieten", so Hamann.
Für den 48-Jährigen ist klar, dass die Bayern bestraft werden müssen. "Ob es verhältnismäßig ist, wenn Bayern die Punkte verlieren sollte, ist wieder eine andere Frage. Aber dass sie sanktioniert werden müssen, ist doch klar."