"Ich wurde verhaftet, nur weil ich getanzt habe"

Die Choreografin Ulduz Ahmadzadeh verließ ihre Heimat, weil dort Frauen das Tanzen verboten ist. Doch auch in Wien muss sie für Freiheit kämpfen.

Sie zählt zur Szene-Größe im zeitgenössischen Tanz: Jahr für Jahr choreografiert die 41-Jährige Produktionen fürs Tanzquartier im Wiener Museumsquartier, trat dort sogar als Solistin auf und wurde bejubelt. Doch um Erfolg zu haben, musste die Iranerin erst einem brutalen Regime entkommen.

Iran verbietet Frauen das Tanzen

Da Singen und Tanzen im streng islamischen Land Frauen verboten wird, musste sie ihre Leidenschaft verschleiert im Untergrund üben und ausüben, unter Gefahr: "2006 wurde ich verhaftet, weil ich auftrat. Meine ganze Tanzcombo wurde mitgenommen und eingesperrt. Wir mussten unterschreiben, dass wir nie wieder solch unsittliche Taten wie Tanzen begehen", erzählt sie.

Aufenthaltstitel seit Monaten nicht bearbeitet

Doch ganz befreit aufatmen kann die dreifache Mutter auch in Wien noch nicht, da sie immer wieder bei Behörden antanzen muss. Seit November befindet sich die Verlängerung ihres Aufenthaltstitels in Schwebe. Dadurch wurde der Künstlerin das Kinder- und Familiengeld ausgesetzt.

"Zu Weihnachten musste mein Mann mit meinen Kleinen ohne mich feiern, weil ich nicht zu seinen Eltern nach Italien mitreisen konnte – das brach mir fast das Herz", klagt die Leiterin der Tanzkompanie ATASH. Bei der MA35 will man die monatelange Verzögerung nun prüfen. Bleibt zu hoffen, dass nun bald Bewegung in den Fall der bekannten Tänzerin kommt.

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