Wiener (25) half Kindern und landete dafür vor Gericht

Top-Anwalt Roman Tenschert mit seinem Mandanten (r.)
Top-Anwalt Roman Tenschert mit seinem Mandanten (r.)Denise Auer
Ein Wiener ging bei einem Streit dazwischen, verteidigte Kinder und eine fremde Frau. Trotzdem wurde ER am Ende wegen Körperverletzung verurteilt.

Für Ahmet C. fühlt sich das alles an, wie ein Schlag ins Gesicht: Der 25-Jährige zögerte im Oktober keine Sekunde, als drei Männer in seiner Floridsdorfer Siedlung auf eine Gruppe Kinder einschlugen und eine Frau attackieren wollten. Dafür wurde er nun vor Gericht bestraft. Mutig stellte er sich dazwischen, rief die Polizei und rang einen der Angreifer zu Boden. Wohl etwas zu stark. Denn sein Gegner erlitt mehrere Knochenbrüche. Ahmet C. wurde angezeigt, musste nun wegen schwerer Körperverletzung vor Gericht.

"Ist der Preis für meine Zivil-Courage"

"Ich habe gemacht, was ich richtig fand. Ich wollte nur die Betroffenen beschützen", sagte er. Beim Prozess bedankten sich die als Zeugen geladenen Kinder mit ihren Familien bei ihm. Vor einem Urteil zu seinen Ungunsten bewahrte ihn das allerdings nicht: "Mein Mandant bekam 15 Monate bedingte Haft", so Verteidiger Roman Tenschert. "Das ist der Preis für mein Einschreiten – Zivilcourage zahlt sich in Österreich offenbar nicht aus", sagte der nun Vorbestrafte zerknirscht nach der Verhandlung. Weil er nicht streiten will, nahm er das (milde) Urteil an – es ist somit bereits rechtskräftig.

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KörperverletzungProzessGericht

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