Wirtschaft

Idealer Chef ist demütig und doch narzisstisch

Heute Redaktion
14.09.2021, 16:39

Wie muss der perfekte Chef sein? Zwei aktuelle Studien kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Demnach muss der Vorgesetzte nach außen hin narzisstisch rüberkommen - und doch seinen Mitarbeitern gegenüber Demut zeigen.


Chefs, die mit Bescheidenheit auftreten, sind bei ihren Mitarbeitern beliebter. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der "Buffalo School of Management". Fehler zugeben, Stärken der Mitarbeiter anerkennen - so sieht der ideale Vorgesetzte laut den Befragten aus.
Fehler und Unsicherheiten von Chefs werden von den Mitarbeitern nach eigenen Angaben toleriert; mehr noch: Sie zeigen Menschlichkeit.
"Wachsen und Reifen im Job beinhaltet das Scheitern. Doch nur wenn Vorgesetzte dies zugeben und die Angst vor Peinlichkeiten überwinden, erlauben das ständige Vorankommen ihres Umfeldes und ihrer Organisation. Zudem werden sie von den anderen weit positiver beurteilt", zitiert das Portal pressetext.com Studienleiter Bradley Owens.
Narzissten bevorzugt

In der Außenwahrnehmung hingegen hilft genau das Gegenteil. Hier ist laut einer Studie der Schweizer Hochschule "IMD Lausanne" (in Zusammenarbeit mit der Universität Erlangen-Nürnberg und dem Smeal College of Business der Pennsylvania State University) der narzisstische Typ gefragt. Herausgefunden haben dies die Forscher anhand von CEOs von Pharma-Firmen.
Untersucht wurde in der Langzeitstudie, die von 1980 bis 2008 lief und deren Auswertung kürzlich veröffentlicht wurde, wie die Konzerne auf die Einführung von Biotechnologie reagierten. Das Ergebnis, vereinfacht gesagt: Je narzisstischer der Boss desto schneller reagierte das Unternehmen auf die Umstellung.
Der Grund: Narzissmus "kann als Katalysator bei Risikobereitschaft und Innovation durchaus hilfreich sein", so Albrecht Enders vom IMD gegenüber der Zeitung Der Standard.

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