Identitäre wollten Asylheim abfackeln: Täter gefasst

Die Polizei klärte einen Brandanschlag auf ein Asylheim in Himberg, das mit Molotow-Cocktails beworfen worden war: Vier Verdächtige wurden ausgeforscht.

Bei dem Brandanschlag aus dem Jahr 2016 auf ein Asylheim in Himberg (Bezirk Bruck an der Leitha) wurde aber lediglich die Hausmauer beschädigt.

Ungefähr zur selben Tatzeit beschmierten unbekannte Täter einen Lkw-Aufleger, der gegenüber diesem Asylheim abgestellt war, mit dem Schriftzug "Phalanx". "Phalanx" heißt ein Onlineversand, der von führenden Mitgliedern der Identitären Bewegung Österreichs betrieben wird.

Das Landesamt Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung NÖ (LVT NÖ) übernahm die Amtshandlung, wobei die Tatortarbeit durch das Landeskriminalamt NÖ bzw. dem Bundeskriminalamt erfolgte. Das LVT NÖ ermittelte in enger Kooperation mit der Polizeiinspektion Himberg, wobei vier Verdächtige ausgeforscht werden konnten.

Die Staatsanwaltschaft Korneuburg ordnete bei den vier männlichen Personen (25, 28, 29, 32 Jahre alt - alles österreichische Staatsbürger) Hausdurchsuchungen an, wobei diese erkennungsdienstlich behandelt wurden und DNA-Abriebe abgenommen worden sind. Bei drei Verdächtigen konnte nachgewiesen werden, dass deren DNA-Spuren am Tatort des Brandanschlages vorhanden waren.

NS-Devotionalien, IBÖ-Material gefunden

Im Zuge der Hausdurchsuchung wurden NS Devotionalien, IBÖ – Material (Flyer, T-Shirts, Aufkleber etc.), verbotene Waffen und Suchtmittel sowie Bargeld vorgefunden und sichergestellt.

Bezüglich der Suchtmittel übernahm die Polizeiinspektion Himberg die weitere Amtshandlung.

Die vier Beschuldigten sind zum Tatverdacht der Sachbeschädigung und versuchten Brandstiftung nicht geständig bzw. machten keine weiteren Aussagen bei den polizeilichen Vernehmungen. Aufgrund der bisherigen Erkenntnisse kann aber davon ausgegangen werden, dass sie die Tathandlung der versuchten Brandstiftung in fremdenfeindlicher Absicht begangen haben.

Da bei drei der Beschuldigten eine Nähe zur Gruppierung IBÖ festgestellt werden konnte und der Schriftzug "Phalanx" von dieser Gruppierung verwendet wird, werden diese auch verdächtigt, die Sachbeschädigung am Lkw begangen zu haben.

Der 32-jährige Verdächtige steht weiters im Verdacht insofern gegen das Verbotsgesetz verstoßen zu haben, weil er über einen längeren Zeitraum zahlreiche Bilder mit nationalsozialistischem Hintergrund via WhatsApp versendet haben soll. Dabei befinden sich auch Lichtbilder von einer Hakenkreuztätowierung auf seiner Brust und einer Wolfsangel am rechten Unterschenkel.

Im Zuge der Auswertung des Handys eines der Beschuldigten konnte ein Lichtbild einer Hakenkreuzbeschmierung vorgefunden werden. Das Bild selbst könnte im September 2009 aufgenommen worden sein und bis dato konnte noch kein dazugehöriger Tatort gefunden werden. Zweckdienliche Hinweise werden an das LVT NÖ, Tel. 059 133- 30 erbeten.

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