Sohn schickt Mama ein Packerl

"Idiotengebühr": Wienerin wütet über Paket aus Thailand

Urlaubs-Post vom Sohn an seine Mutter sorgt für großen Ärger und verursacht Kosten von knapp 32 Euro.

Community Heute
"Idiotengebühr": Wienerin wütet über Paket aus Thailand
Für die Extra-Gebühr hat die Wienerin kein Verständnis. "Heute" sprach mit dem Zoll sowie der Post.
Unsplash (RoseBox رز باکس) / Leserreporter / "Heute"-Montage

Freude schlägt in diesem Fall rasch in Wut um. Die Wienerin Natalie F. (Name geändert) erhält Post von ihrem Sohn aus Thailand. Doch damit beginnen die Probleme: Um das Paket überhaupt in Empfang nehmen zu können, muss sie eine Gebühr in Höhe von 31,61 Euro bezahlen, angeblich wegen eines "unerklärbaren Warenwertes". Für die Frau ist das völlig unverständlich, denn ihr Sohn hat, laut ihren Angaben, den Warenwert zuvor brav angegeben - wie es der Zoll auch verlangte.

"Idiotengebühr!" – Wienerin sehr verärgert

"Ich kenne mich nicht mehr aus! Dasselbe ist mir zuvor auch mit Postkarten aus Malaysia passiert. Immer ist von einem unerklärbaren Warenwert die Rede. Auf beiden Sendungen war dieser allerdings angegeben. Trotzdem musste ich diese Idiotengebühr bezahlen. Ich denke, wenn der Wert nicht ihren Vorstellungen entspricht, kassieren sie mit der Bearbeitungsgebühr. Zoll musste ich auch bezahlen: 5,45 Euro. Eine Frechheit ist das!", ärgert sich Natalie F.

"Nicht jede Geschenksendung ist befreit von Abgaben"

"Heute"  kontaktierte den Zoll und bat um Aufklärung: "Nicht jedes als Geschenksendung deklariertes Paket ist tatsächlich von Abgaben befreit. Aus diesem Grund überprüft die Österreichische Post AG in Zweifelsfällen diese Angaben. Wird vom Versender auf der Zollinhaltserklärung 'Gift' - Englisch für Geschenk - angeführt, wird damit die Zollbefreiung (Sendungen von Privatpersonen an Privatpersonen) angesprochen." In jenem Fall dürfte die Wienerin demnach "falsche Angaben" gemacht haben, so der Zoll.

Als Erklärung der 5,45 Euro heißt es vom Zoll: "Diese Gebühren verrechnet die Österreichische Post AG für die komplette Abfertigung der Sendungen. Die Höhe dieser Gebühr orientiert sich am logistischen und organisatorischen Aufwand. Sie kann von der Zollverwaltung nicht beeinflusst werden."

Die meistgelesenen Leserreporter-Storys zum Durchklicken

Annahme kann laut Post verweigert werden

Von der österreichischen Post heißt es: "Wenn die Angaben der Absenderin nicht vollständig sind oder nicht mit dem vermeintlichen Warenwert übereinstimmen, müssen wir in Zusammenarbeit mit dem Zoll die Bearbeitung unterbrechen, das Paket einlagern und mit der Empfängerin in Kontakt treten und weitere Nachweise zum tatsächlichen Warenwert einfordern - ein erheblicher Mehraufwand für alle Beteiligten." Dieser resultiert hier offenbar in einer zusätzlichen Gebühr.

Laut Post sei genau solch ein Bearbeitungs- und Lagerentgelt entstanden. Dafür wurden 26,15 Euro verrechnet. Ebenso musste die Wienerin zusätzlich einen Importtarif in Höhe von 5,45 Euro bezahlen. In Summe also 31,61 Euro: "Ausschlaggebend ist immer der Absender, der im internationalen Versand aus Drittstaaten für die korrekte Angabe aller Informationen zu sorgen hat. Möchte man die Sendung aufgrund der anfallenden Kosten nicht annehmen, besteht immer noch die Möglichkeit, die Annahme einer Sendung zu verweigern."

Doch welche Mutter würde ein Paket ihres Sohnes ablehnen?

Importtarife sind abhängig von Warenwert und Produkt und machen zwischen 5,45 Euro und 39,24 Euro aus.

Schräg, skurril, humorvoll, täglich neu! Das sind die lustigsten Leserfotos.

1/325
Gehe zur Galerie

    Auf den Punkt gebracht

    • Eine Wienerin erhielt ein Paket aus Thailand, musste jedoch eine Gebühr von 31,61 Euro zahlen, obwohl der Warenwert laut ihrer Aussage angegeben war
    • Die österreichische Post und der Zoll erklärten, dass nicht jede als Geschenk deklarierte Sendung von Abgaben befreit ist und dass die zusätzlichen Gebühren für die Abfertigung der Sendungen anfallen
    red
    Akt.
    Mehr zum Thema