Igitt oder OK? Eier ohne Etikett und 50 % Rabatt

Die Eier wurden in grauem Eierkarton angeboten. Lediglich ein Rabatt-Pickerl befand sich auf der Warenverpackung.
Die Eier wurden in grauem Eierkarton angeboten. Lediglich ein Rabatt-Pickerl befand sich auf der Warenverpackung.Bild: privat

Eier im Supermarkt ohne Etikett, dafür mit 50 Prozent Rabatt - ein Schnäppchen oder Risiko? Das sagen die Experten des Konsumentenschutzes der AK und der Supermarkt dazu.

Nicht schlecht staunte ein Kunde in einem Supermarkt im Bezirk St. Pölten am Montagabend - auf einer Eierpackung war kein Etikett vorhanden, aber dafür gab es 50 Prozent Rabatt auf das Hühnerprodukt. „Ich war am Vormittag und am Abend im Geschäft, weil ich zwei Mal etwas brauchte. Am Abend entdeckte ich die Eier ohne Etikett, dafür aber mit dem Vermerk: minus 50 Prozent und Ware in Ordnung."

Das sagt AK Konsumentenschutz

AK-Rat Samir Kesetovic findet den Fall ungeheuerlich: „Und wo steht Herkunft, Haltung, Produktionsdatum und andere Sachen? Das Etikett muss oben sein, 50 Prozent hin oder her."

Von der Arbeiterkammer NÖ sagt ein Konsumentenschutz-Experte: "Grundsätzlich: Lebensmittel, deren Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist, dürfen im Handel bleiben, wenn sie in Ordnung und mit einem deutlichen Hinweis versehen sind, wie zum Beispiel "Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen, Ware in Ordnung". Der Verkauf dieser Ware mit einem entsprechenden Rabatt ist schon möglich. Die Rabattpolitik liegt natürlich beim Unternehmen."

"Unüblich"

Aber so der Experte weiter: "Frische Eier dürfen beim Verkauf maximal 21 Tage, also drei Wochen alt sein. Da sie gekühlt problemlos noch eine Woche länger halten, ist ihr Mindesthaltbarkeitsdatum mit 28 Tagen festgelegt.

Eier kann man in der Regel noch rund zwei Wochen nach Ablauf der Mindesthaltbarkeitsfrist problemlos verkochen oder zum Backen verwenden, sofern die Kühlkette nicht unterbrochen wurde. Diese Verpackung allerdings, wo man von außen keine Daten zur Haltbarkeit erkennen kann, ist jedenfalls unüblich."

Das sagt Supermarkt

Eine Sprecherin des Supermarktes dazu: „Es sind Eier eines regionalen Betriebes, die lose verkauft werden, die Kunden verpacken die Ware dann in nicht bedruckte Packungen. In diesem Markt gab es einen Überbestand dieser Eier, der Marktleiter wollte sie rasch abverkaufen. Die Eier werden jetzt aus dem Verkauf genommen, weil auch aus unserer Sicht die Kunden zu wenig Produktinformationen erhalten." (Lie)

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