Kampf bis zum Ende

"Ihr Leben endete um 1.45 Uhr" – Baby Indi ist tot

Die kleine Indi ist in einem Hospiz in England gestorben. Das Kind litt an einer unheilbaren Krankheit – seine Eltern kämpften bis zum Schluss.

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"Ihr Leben endete um 1.45 Uhr" – Baby Indi ist tot
Indi Gregory ist tot: Das Kind starb an den Folgen einer unheilbaren Krankheit.
REUTERS

Nach dem monatelangen Kampf der Eltern, die dafür plädierten, dass die lebenserhaltenden Maßnahmen für ihr todkrankes Baby erhalten bleiben, ist die acht Monate alte Indi Gregory nun gestorben. "Meine Tochter ist um 1.45 Uhr gestorben", sagte der Vater Dean Gregory. "Meine Frau Claire und ich sind wütend, untröstlich und beschämt."

Das todkranke Baby war am Samstagabend mit einer Ambulanz vom Spital im englischen Nottingham in ein Sterbehospiz verlegt worden. Einen Antrag der Eltern, das Kind zum Sterben nach Hause holen zu dürfen, hatte das Berufungsgericht in London am Freitag abgelehnt.

Wie Dean Gregory und Claire Staniforth der italienischen Zeitung "Corriere della Sera" erzählen, seien sie von einer Gruppe Polizisten aus dem Spital eskortiert worden. Das Paar blieb laut "Daily Mail" seither die ganze Zeit an der Seite seiner Tochter.

Der Kampf vor Gericht um Indis Leben

Indi Gregory litt an einer schweren und unheilbaren mitochondrialen Erkrankung, einem genetischen Defekt der Mitochondrien, durch die die Energieerzeugung in den Körperzellen unterbunden wird. Nach Auffassung der Ärzte wäre ihre Weiterbehandlung schmerzhaft und zudem vergeblich gewesen.

Die Eltern wehrten sich vor Gericht gegen die Entscheidung des Gerichts, doch dieses urteilte gegen den Willen der Gregorys. Darauf wollten die Eltern Indi zur Behandlung in das Vatikan-Spital Bambino Gesù nach Rom überführen lassen. Dabei erhielten sie sogar die Unterstützung der Regierungschefin Giorgia Meloni, die dem Baby die italienische Staatsbürgerschaft gewährte. In London lehnte jedoch das Gericht den Antrag zur Verlegung endgültig ab.

Im Gespräch mit "Corriere" äußerte Dean Gregory seine "Wut und Verzweiflung". Er verstehe immer noch nicht, warum das Gericht die Verlegung nach Hause nicht erlaubte, mit der Begründung, die 18 Minuten lange Fahrt dorthin sei gefährlich, aber das Kind dann eine 45-minütige Reise bis zum Hospiz ohne Probleme überstehen konnte. "Wie kann man sich damit abfinden, wenn man nicht mehr das Recht hat, über alles zu entscheiden, auch dann nicht, wenn die Tochter nur noch wenige Stunden zu leben hat?", sagt der Vater.

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