IKEA Symfonisk im Test: Sound zum an die Wand Hängen

IKEA und Sonos wagen den dritten Streich: Nachdem bereits Regale und Lampen zum Lautsprecher gemacht wurden, ist nun ein Bilderrahmen dran. Der Test.

Es eine Partnerschaft, die im ersten Moment etwas kurios wirkt: Der Möbelriese IKEA, bekannt für günstige Einrichtungsgegenstände, tut sich mit dem Audiospezialisten Sonos zusammen, der für Lautsprecher mit luxuriösem Klang stehen. Was dabei aber rauskommen kann, zeigten schon die ersten beiden Produkte sehr gut. Unter dem Namen Symfonisk wurde Lautsprecher in Regalen und Lampen verbaut – in einer günstigen, aber durchaus qualitativ guten Lösung.

Als drittes Produkt der Kooperation gibt es nun ab 15. Juli den Symfonisk Bilderrahmen um 179 Euro zu kaufen. Es handelt sich um einen WLAN-Lautsprecher, der in einem Bilderrahmen Unterschlupf gefunden hat. Wer es dezent mag, wird mit den beiden Modellen in Schwarz und Weiß seine Freude haben. Sie zeigen sich modern, aber unaufdringlich, dekorativ und passen sich gut in viele Wohnlandschaften ein. Wer es ausgefallener mag, kann das Motiv einfach abnehmen und durch vorerst zwölf geplante Motive ersetzen.

Großes, aber schmuckes Ding

Bei der Nutzung des Bilderrahmens hat der Besitzer mehrere Möglichkeiten. Der Bild-Lautsprecher lässt sich entweder mit der mitgelieferten Clip und einer Schraube im Hoch- oder Querformat an die Wand hängen oder aber auch hochkant oder quer auf dem Boden, auf Regalen oder auf einem Kasten aufstellen. Entscheidet man sich für die Aufstell-Variante, liefert IKEA zwei nach vorne hin unsichtbare Kunststoff-Rutschsicherungen und ein Sicherungsband zur Mauer-Befestigung mit.

Das Bild selbst fällt mit den Maßen von rund 57 x 40 Zentimeter alles andere als klein aus, ist mit 5,6 Zentimetern Dicke angesichts der verbauten Lautsprechers aber überraschend dünn und mit knapp über fünf Kilogramm relativ leicht. Toll gelöst: Der Lautsprecher funktioniert natürlich nur mit dem mitgelieferten Stromkabel – und dieses ist mit rund 3,5 Metern länge ideal ausgefallen, um auch längere Wege zur Steckdose ohne Verlängerung zurücklegen zu können. Außerdem kann das Kabel geschickt auf der Bild-Rückseite in einer Aussparung verstaut werden.

Vorne Bild, hinten alles andere

Von vorne sieht der Symfonisk flach aus, von der Seite betrachtet zeigt sich sein Geheimnis: Der rund zwei Zentimeter dicke Rahmen umfasst den nach hinten hin weit dickeren Aufbau, der den eigentlichen Lautsprecher beinhaltet. Einen überraschend positiven Fund gibt es neben dem Stromanschluss: Hier sind auch ein Ausgang für die kabelgebundene Koppelung mehrerer Lautsprecher und ein Ethernet-Port für den "Internet-Kabelbetrieb" zu finden. 

Bis auf drei kleine Tasten auf der Rückseite des Rahmens war es das aber auch schon wieder: Die Buttons schalten die Lautstärke hoch sowie runter und starten beziehungsweise stoppen die Musik. Vor- und zurück gesprungen wird durch mehrmaliges Drücken der Start/Stop-Taste. Auf der Vorderseite des Bildes befindet sich dagegen nur auf Tastenhöhe eine Status-LED – wer will, kann das Leuchten dieser Mini-Lampe in der Sonos-App aktivieren oder deaktivieren. Ohne das Leuchten wundern sich Besucher auch erst einmal, woher denn die Musik gerade erklingt – "aus dem Bild" vermutet keiner.

Schnelle Einrichtung, guter Sound

Schade: Eigene Abdeckungen für den Lautsprecher darf man bisher nicht gestalten, sondern muss sich mit den vorgegebenen Mustern begnügen. Ein "Übermalen" des vorhandenen Panels ist übrigens nicht möglich: Es besteht aus Polyester und wurde eigens so entwickelt, dass es den Klang perfekt durchlässt. Die Einrichtung des Sound-Bilderrahmens erfolgt schließlich über die S2-App von Sonos – gewohnt einfach. Nutzt man bereits Sonos-Lautsprecher, reicht ein Klick, um ein neues Gerät dem System hinzuzufügen, doch auch sonst ist es simpel. Scannt man den Rahmen mit der NFC-Funktion des Smartphones, verbindet sich automatisch das WLAN, der Nutzer kann ein neues Sonos-System anlegen und der Rahmen führt auch Updates selbstständig durch.

Und wie klingt das Ding nun? Überraschend gut! Ein 102-Millimeter-Tieftöner und ein 25,5-Millimeter-Hochtöner sorgt für ein volles Sound-Volumen, das klar und warm daherkommt. Auch die Lautstärke überzeugt, in den höchsten Stufen nimmt die Qualität jedoch merkbar ab, während der Bilderrahmen in ganz niedrigen Laustärken etwas hohl klingt. In mittleren Lautstärken, in denen der Symfonisk wohl hauptsächlich verwendet wird, überzeugt er als Speaker aber dennoch, auch wenn man es mit dem Bass manchmal etwas zu gut meint. Viele Details lassen sich aber in der Sonos-App noch über einen Equalizer anpassen, einen Highend-Speaker darf man jedoch nicht erwarten.

Überzeugt beim Preis und beim Klang

Die Reinigung des Rahmens funktioniert relativ simpel: Mit einem etwas angefeuchteten Tuch wird vorsichtig drübergewischt und danach noch nachgetrocknet. Unter Wasser setzen oder in feuchten Umgebungen verwenden sollte man den Lautsprecher allerdings nicht: Eine IP-Zertifizierung fehlt dem Symfonisk, weswegen IKEA von einer Verwendung etwa im Badezimmer abrät. Überall anders macht der Speaker aber nicht nur mit dem Design, sondern auch mit seinem Klang gute Figur.

Wer auf der Suche nach einem reinen WLAN-Speaker in einer dekorativen "Hülle" ist – Bluetooth-Funktion besitzt der Bilderrahmen ebenso wie Sprachsteuerung keine – macht mit dem IKEA Symfonisk jedenfalls nichts falsch. Für 179 Euro sticht der IKEA Symfonisk nicht nur viele in etwa gleich teure Speaker bei der Soundqualität aus, sondern bietet auch das Extra, dass er als Bild in die Wohnung gestellt oder an die Wand gehängt werden kann. 

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