Szene

Illegale Drucke: Banksy rächt sich an Museum

Weil das Museum in Bristol nicht um Erlaubnis gefragt hatte, zwang Banksy es, von Besuchern die Souvenirs zurückzukaufen.
Heute Redaktion
13.09.2021, 21:53

Schön blöd gelaufen: Street-Art-Star Banksy wird in seiner Heimatstadt Bristol im Museum ausgestellt. Durch Zufall fragte ein Fan beim Graffiti-Phantom nach, ob er dem Museum erlaubt hatte, Drucke seines "Paint Pot Angels" zu verkaufen. Die Antwort: Nein!

Museum muss eine eigenen Souvenirs zurückkaufen

Normalerweise macht sich ein Museum durch die Verkäufe in seinem Andenkenshop ein gutes Zugeld. Doch im aktuellen Fall muss das Museum selbst in die Tasche greifen und seinen Besuchern die illegal verkauften Drucke wieder abknöpfen - um bares Geld natürlich.

Fans warteten bis zu 7 Stunden für Ausstellung

Hunderttausende stürmten 2009 das Bristol Museum, als dort die Ausstellung "Banksy versus Bristol Museum" lief. Fans warteten bis zu sieben Stunden, um in die Schau zu kommen. Nachdem die Ausstellung vorbei war, ließ Banksy die Statue des Engels mit dem Farbkübel auf dem Kopf namens "Paint Pot Angel" dort.

"Wo ist der Banksy?"

Verantwortliche verrieten der BBC, dass der Engel inzwischen die größte Attraktion des Museums sei. Die Frage "Wo ist der Banksy?", bekämen Angestellte "täglich und den ganzen Tag" zu hören.

Verkaufshit: Druck um 5 Pfund

Von der Statue fertigte das Museum einen Druck an und verkaufte ihn sowohl im Shop als auch online um umgerechnet rund 5,5 Euro (5 Pfund). Jahrelang plätscherten die Verkäufe dahin, von einem Tag auf den anderen gingen sie durch die Decke.

Flut an Bestellungen

Im Museum glaubt man, dass ein Shop, entweder in Japan, Russland oder den USA vom Museum Drucke kaufte und sie dann auf anderen Foren im Internet anbot. Dadurch erfuhren Banksy-Fans weltweit vom dem Schnäppchen. Innerhalb von 24 Stunden fluteten weit über 1.000 Bestellungen das Museum.

Fan schrieb Banksy E-Mail

Das Museum kam dadurch in die Bredouille. Einer der Käufer, Steve Hall aus North Carolina schickte Banksy ein E-Mail. Er wollte eine Bestätigung, dass die Drucke wirklich autorisiert waren. "Absolut nicht, sie wurden ohne unsere Erlaubnis gedruckt, kam die Antwort.

Das Bristol Museum will jetzt alle Drucke zurückkaufen. Über die Anzahl der verkauften Bilder gibt das Haus keine Auskunft.

Entschuldigung des Museums: War ein Versehen

Im Bristol City Council, das das Museum betreibt, entschuldigt man sich mit einem Versehen. Der "Paint Pot Angel" gehöre dem Museum. "Wir haben die Erlaubnis bekommen, die Abbildung in unserem Führer zu drucken. Wir nahmen an, dass das auch die Erlaubnis, Drucke anzufertigen beinhalte", brachte "Artnet News" auf Anfrage in Erfahrung. (lam)

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