Vor 30 Jahren wurde das Techno-Festival "Teknival" ins Leben gerufen. Seither hat es in ganz Europa Bekanntheit erlangt. Am Donnerstag startete die Jubiläumsausgabe in Villegongis, einem kleinen Dorf in Zentralfrankreich, das gerade Mal rund 100 Einwohnerinnen und Einwohner zählt. Etwa 30.000 feiernde Menschen hielten sich schon zum Festivalstart auf dem Gelände des "Teknival" auf, über das Wochenende würden bis zu 40.000 erwartet, berichtete der Sender France Info. Andere Schätzungen gingen von bis zu 60.000 aus.
Seither sind bereits 86 Musik-Fans medizinisch versorgt worden, der Zivilschutz, das Rote Kreuz, freiwillige Helfer sowie 240 Polizisten seien im Einsatz, teilte das Departement Indre am Freitag mit.
Der Ort der 30. Auflage des in ganz Europa bekannten "Teknival" war den Behörden vorab nicht gemeldet worden. Quasi über Nacht hatten die Organisatoren auf einer ungenutzten Weidefläche mit dem Aufbau des Festivals begonnen. Man sei vor vollendete Tatsachen gestellt worden, sagte Bürgermeister Jean-Marc Sevaul.
"Wir werden sie nicht wegschicken, es sind zu viele", sagte der Landwirt, dem das Gelände gehört, dem Sender BFMTV. Er wünsche sich nur, dass die partywütigen Leute keine leeren Bierdosen und anderen Unrat zurückließen.
Von der Universitätsklinik Rennes wurden Mediziner und Helfer zu dem Festivalgelände geschickt, um bei Notfällen parat zu stehen. Wie der Leiter der Notaufnahme der Klinik zu France Info sagte, gehe es vor allem um Notlagen in Zusammenhang mit Alkohol und Drogen. Ebenfalls kümmern sich elf Vereine aus verschiedenen Regionen Frankreichs nach eigenen Angaben mit 130 Freiwilligen um die Sicherheit und Gesundheit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
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Ein Reporter des Newsportals "France Bleu" hat mit den betroffenen Bewohnerinnen und Bewohner vor Ort gesprochen. Rund 80 von ihnen wohnen rund um den Weiler Fouillereau. Doch gestört fühlen sie sich von der illegalen Veranstaltung nicht. So habe Anwohnerin Monique beispielsweise über die Nacht einfach Ohrstöpsel zum Schlafen benutzt. Mehrere weitere Anwohner fühlten sich durch die Veranstaltung ebenfalls nicht belästigt. Viele von ihnen schätzten die Lebendigkeit sogar, die das Festival in die ländliche Gemeinde bringe.
Trotz der Nachsicht der Behörden und Bewohner wird gegen die Organisatoren des Festivals ermittelt.