Double-Sieger Sturm steuerte am Mittwochabend im Nachtragsspiel bei der Wiener Austria einem klaren Auswärtssieg entgegen, führte in Favoriten 2:0. Dann kippte das Spiel der Schwarz-Weißen. Emir Karic sah in Minute 53 Gelb-Rot, Kollege Seedy Jatta tat es ihm in Minute 57 gleich. Zu neunt kassierten die Blackys zwei Gegentreffer, mussten die Punkte mit einem 2:2 teilen.
Sturm-Trainer Christian Ilzer sah nach dem Schlusspfiff sprichwörtlich Rot, lobte die kämpferische Leistung seiner Mannschaft, ehe er zu einer Wutrede über Schiedsrichter Walter Altmann und das Schiriwesen im Allgemeinen überging. Der Steirer sagte bei Sky: "Ich weiß nicht, von welcher Stelle das angeordnet wird. Aber von irgendwo muss das herkommen. Es ist jedes Foul derzeit eine Gelbe Karte. Die Schiedsrichter beeinflussen einfach dermaßen ein Fußballgeschehen. Ich sage es immer wieder: Mich interessieren Spiele, die Elf gegen Elf ausgehen. Das zeigt ein Kräfteverhältnis. Wenn du für jedes Pimperlfoul eine …"
Ilzer brach den Satz ab, konzentrierte sich auf die konkreten Ausschlüsse seiner Schützlinge: "Seedy Jatta: Zweites Foul klare Gelbe, erstes Foul an Dragovic überhaupt keine Gelbe. Karic: Erstes Foul ja, zweites Foul macht er einen Haken und stellt seinen Fuß nach dem Haken hin. Das ist eine Gelbe Karte? Na bitte, wo kommen wir da hin? Wir haben jedes Spiel Unterzahl, Überzahl."
Ilzer kritisierte Karic-Gegenspieler Reinhold Ranftl von der Austria scharf: "Dass der Ranfti ein sehr theatralischer Spieler ist, wissen wir. Das haben wir schon oft genug erfahren. Da muss man sich als Schiedsrichter auch vorbereiten. Es war ein Haken und er stellt den Fuß hin. Also eine Flut an Gelben Karten. Ich habe auch bei der Austria Gelbe gesehen, die niemals eine sind. Es sind zwei Bälle im Spiel, Gazi fängt einen Ball – Gelbe Karte."
Das Hauptproblem ortet der Coach nicht bei Spielleiter Walter Altmann im Speziellen, sondern einer mutmaßlichen Richtlinienänderung der Unparteiischen: "Es verfehlt die wahre Leistungsstärke, die um Fußball passiert. Die Schiedsrichter sind dann gut, wenn sie wenig Einfluss auf ein Spiel haben. Wenn sie ein Spiel lenken und leiten so wie jetzt, beeinflussen sie dermaßen Fußballspiele. Es haben Trainerkollegen schon gesagt: Es wird nicht das wahre Leistungsverhältnis mehr beurteilt. So eine erste Halbzeit uns innerhalb von zehn Minuten so zu zerstören, schmerzt sehr."
Aus dem Sturm-Trainer sprach wohl auch der Frust der letzten Ergebnisse und Leistungen. Am vergangenen Wochenende setzte es gegen Wolfsberg eine 0:3-Abfuhr. Zuvor hatten die Blackys auch bei Siegen die Energie und Offensiv-Stärke des Meisterjahres noch vermissen lassen.