Im britischen Parlament wird gekokst und gekifft

Für gewöhnlich gilt ein Parlament als hohes Haus - in Großbritannien wurde es nur zum Schauplatz eines Drogenskandals. 
Für gewöhnlich gilt ein Parlament als hohes Haus - in Großbritannien wurde es nur zum Schauplatz eines Drogenskandals. Parliament / Action Press / picturedesk.com
In elf von zwölf Toiletten des britischen Parlaments wurden Spuren von Kokain festgestellt. Auch Cannabis soll geraucht worden sein. 

Wenn es nach Sir Lindsay Hoyle geht, drehen im Parlament in London bald Drogenspürhunde ihre Runden. Mit dieser Maßnahme will der Sprecher des Unterhauses gegen den grassierenden Drogenkonsum in den britischen Regierungsgebäuden vorgehen.

Bei einer Untersuchung von zwölf Toilettenbereichen wurden in allen ausser einem Spuren von Kokain nachgewiesen, wie BBC berichtet. Extra brisant: In einigen der Sanitärbereichen, in denen Kokain gefunden wurde, haben nur Personen mit einem Parlamentspass Zutritt.

Geruch nach Cannabis im Parlamentsgebäude

Auch das Kiffen scheint bei den britischen Parlamentsmitgliedern beliebt zu sein: Vor kurzem wurden zwei Dealer verhaftet, außerdem berichteten Personen, auf dem Parlamentsgelände immer wieder Cannabis gerochen zu haben. Diesem grassierenden Konsum sagt Hoyle nun den Kampf an: "Während das Parlament alle Personen, die mit Drogenmissbrauch zu kämpfen haben, unterstützt, müssen Gesetzesbrecher mit ernstzunehmenden Strafen rechnen", so der Parlamentspräsident zu Sky News.

Ein ehemaliges Parlamentsmitglied soll seinen Dealer sogar als Mitarbeiter aufgeführt haben. Dadurch sei der Dealer für die Drogen, mit denen er den Politiker belieferte, direkt vom Parlament bezahlt worden. Eben jenes Parlamentsmitglied soll sich aber auch nicht gescheut haben, sich die Hände selber schmutzig zu machen: Wie "Sky News" schreibt, habe der Parlamentarier die Drogen selbst weiterverkauft. Eine Assistentin wurde wegen Kokainkonsums bereits entlassen.

Die Kampfansage gegen die Drogenkonsumenten unter den höchsten Politikerinnen und Politikern Englands kommt nicht von ungefähr: Mit einer breit angelegten Kampagne und härteren Strafen will die britische Regierung den Kampf gegen Drogen verstärken, dafür sollen 700 Millionen Pfund investiert werden. Nun müssen die Politiker aber zuerst mal vor der eigenen Tür kehren.

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