Im Krankenstand verunglückt: Kein Geld für Verletzten

Erwin Kellner verunglückte im Krankenstand auf der Fahrt ins Spital, sitzt seither im Rollstuhl. Die Versicherung will nicht zahlen. Grund: Er hätte den Klinikbesuch vorher dem Chef melden müssen.

Fast ein Jahrzehnt war Erwin Kellner (40) aus Krems (Niederösterreich) nie krank, 2012 ließ er sich wegen einer Verletzung am Finger operieren und war dann im Krankenstand. Aber drei Kontrolltermine im Spital standen an. Bei der letzten Fahrt dorthin, am 10.Dezember 2012, krachte er bei Straßenglätte gegen einen Baum, ist seither vom achten Brustwirbel abwärts gelähmt.

Die Unfallversicherung überwies bis dato keinen Cent. Begründung: Der Weg zum Arzt hätte dem Arbeitgeber gemeldet werden müssen. "Wer weiß denn so etwas?", sagt Kellner nach einem mittlerweile dreijährigen Rechtsstreit. Verschärft wurde das Schicksal des 40-Jährigen zudem durch die Scheidung – seine Frau verließ ihn mit zwei Kindern.

Aber der Mechaniker jammert nicht, schupft den Haushalt alleine – kocht und putzt selbst. "Ich komme klar, habe tolle Freunde statt eines Pflegers." Sein Anwalt kämpft, will notfalls sogar vor den Europäischen Gerichtshof ziehen. Kellner hat entgegen aller Prognosen zwei Wünsche: "Ich will wieder auf die Beine kommen und Gerechtigkeit."

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