Direktor Wipplinger im Talk

Im Leopold Museum rücken Glanz und Elend nahe zusammen

Am Freitag wird im Wiener Leopold Museum die Ausstellung "Glanz und Elend - Neue Sachlichkeit in Deutschland" eröffnet. "Heute" war schon dort.

Magdalena Zimmermann
Im Leopold Museum rücken Glanz und Elend nahe zusammen
Direktor Hans-Peter Wipplinger zwischen den Werken von Christian Schad.
Helmut Graf

Die Ausstellungsräume des Leopold Museum, die wir im Zuge der neuen Schau "Glanz und Elend - Neue Sachlichkeit in Deutschland" betreten, wirken zunächst düster, zeigen nicht, wie sonst in Museen gewöhnlich Kunstwerke vor weißem Hintergrund, sondern die Räume selbst sind in dunklen Tönen gehalten. Das lässt die Werke aber, natürlich auch mit der Hinzugabe einer akkuraten Beleuchtung, dementsprechend heller glänzen.

Bildstrecke: "Elend und Glanz" im Leopold Museum

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    Karl Hofer "Tiller-Girls" ist ein wahrer Blickfang.
    Karl Hofer "Tiller-Girls" ist ein wahrer Blickfang.
    Helmut Graf
    Gold glänzt besser, wenn man stumpfe Metalle daneben hat
    Hans-Peter Wipllinger
    im Gespräch mit "Heute"

    Auch der Ausstellungstitel "Glanz und Elend - Neue Sachlichkeit in Deutschland" rührt von Gegensätzen, aber bedarf es denn Elend, oder gar Dunkelheit, damit das Glanzvolle heller strahlen kann? "Ja, durchaus", meint Leopold Museum-Direktor Hans-Peter Wipplinger, "Gold glänzt besser, wenn man stumpfe Metalle daneben hat. Wie zwei Seiten einer Medaille, wie so oft im Leben."

    In der Schau, welche sich mit der Neuen Sachlichkeit der 1920er-Jahre, nach dem Elend des Ersten Weltkrieges auseinandersetzt, beinhaltet 150 Werke von 50 unterschiedlichen Kunstschaffenden. "Es geht um Höhen und Tiefen der 1920er-Jahre. Der goldenen 20er", so Wipplinger.

    Gezeigt werden im Zuge dessen Werke von Otto Dix, der sich vor allem durch seine idealistische und zunehmend kritische Arbeitsweise auszeichnet, so ist sein Werk "Altes Liebespaar" gleichermaßen schockierend und berührend. Oder auch die Werke von Christian Schach werden, "mit seiner präzisen Darstellung der Oberflächen" in den Fokus gerückt. Darüber hinaus finden auch zahlreiche Künstlerinnen Einzug in die Schau: Wie etwa Käthe Kollwitz und Lotte Laserstein.

    Mit der neuen deutschen Sachlichkeit haben die Künstler zum Anfang des 20. Jahrhunderts den Expressionismus hinter sich gelassen. "Wir haben den linken, sehr politischen Flügel. Der sehr sozialkritisch agiert und den Finger in die Wunde gelegt hat", so Wipplinger, "wir haben auch jene, die traditionsorientierten konservativen Haltungen, die mit der Politik nichts anfangen können."

    Beide Denkweisen finden in der aktuellen Schau im Leopold Museum Einzug. Bis zum 29. September können die 150 Kunstwerke ab jetzt besichtigt werden. Der Eintrittspreis liegt derzeit bei 17 Euro.

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      Sängerin Doja Cat im sexy Büro-Look. Davon träumt wohl jeder Büroangestellte.
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      instagram/dojacat

      Auf den Punkt gebracht

      • Im Wiener Leopold Museum wird die Ausstellung "Glanz und Elend - Neue Sachlichkeit in Deutschland" eröffnet, die sich mit der Neuen Sachlichkeit der 1920er-Jahre auseinandersetzt
      • Direktor Wipplinger betont die Bedeutung von Gegensätzen und erklärt, dass die Werke durch die dunklen Ausstellungsräume heller glänzen
      • Die Ausstellung umfasst 150 Werke von 50 verschiedenen Künstlern und läuft bis zum 29
      • September, der Eintrittspreis beträgt 17 Euro
      mz
      Akt.