Im November regnete es zahlreiche Wetterrekorde

Der November neigt sich seinem Ende zu! Und in diesem Monat wurden gleich mehrere Regenrekorde aufgestellt. Alle Infos gibt es hier!
Der November geht als Monat der Rekorde in die Geschichtsbücher ein. Im Gegensatz zu vielen seiner Vorgänger sind hierfür aber zur Abwechslung nicht die Temperaturen verantwortlich, obwohl auch diese wieder überdurchschnittlich ausfielen.

Nach Angaben der Experten der Österreichischen Unwetterzentrale bilanziert der Monat besonders im Südwesten als der nasseste November der Messgeschichte, an einzelnen Wetterstationen war es gar der nasseste Monat überhaupt.

Fünfmal mehr Niederschlag als üblich



Die Wetterlage in den vergangenen 4 Wochen war von einem immer wiederkehrenden Muster geprägt. Kalte Luft stieß über Westeuropa ins Mittelmeer vor, dort bildeten sich in der Folge kräftige Tiefdruckgebiete.

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Die Wetter-Prognose für das Wochenende
Die Wetter-Prognose für das Wochenende


Quelle: wetter.tv

Diese lenkten extrem feuchte Luft von Süden her gegen die Alpen, die Folge waren immense Regen- und Schneemengen vor allem vom Ötztal über die Salzburger Tauerntäler bis ins Obere Murtal sowie generell in Osttirol und Kärnten. Mit Abstand am meisten Regen und Schnee ist an der Messstation am Loibltunnel an der Grenze Kärnten-Slowenien zusammengekommen, 741 l/m² sind mehr als beispielsweise in Wien in einem gesamten Jahr im Mittel fällt.

Mehr als 500 l/m² gab es aber auch in Kötschach-Mauthen, Dellach im Drautal und am Weißensee. „Im langjährigen Mittel kommen im Süden in einem November nur 80-150 l/m² zusammen, die Abweichungen hierzu sind also enorm", sagt Manfred Spatzierer, Chefmeteorologe der Unwetterzentrale.

"So hat es zum Beispiel in Spittal an der Drau rund fünfmal mehr geregnet und geschneit als üblich." Mehr als 30 Stationen haben einen neuen Novemberrekord aufgestellt, bspw. wurde in Kals am Großglockner der 103 Jahre währende Rekord um knapp 100 l/m² regelrecht pulverisiert.

Orte wie Mallnitz, Virgen oder Millstatt meldeten gar den generell nassesten Monat der jeweiligen Messgeschichte.

Teils mehr Schnee als im Februar



Auch Schneerekorde sind zu vermelden. Besonders viel Schnee gab es von den Ötztaler Alpen bis zu den Hohen Tauern bzw. zur Kreuzeckgruppe in Oberkärnten. "Stellenweise lag auf den Bergen bereits fast das Doppelte derjenigen Schneemenge, die es im Schnitt erst zur schneereichsten Zeit des Winters Ende Februar hat", so Spatzierer.

Der bisherige November-Schneerekord in Zettersfeld wurde mit 163 cm um fast 70 cm übertroffen, ebenfalls wurden in Obergurgl oder am Brenner neue Rekordschneehöhen für die erste Novemberhälfte registriert. Die großen Schneemengen haben vor allem in Osttirol sowie teils auch in den Tauern für Schneebruch und etliche Stromausfälle gesorgt, nachfolgendes Tauwetter und Regen hingegen für viele Schäden durch Hangrutschungen und Muren.

Was an der Alpensüdseite an Niederschlag zu viel des Guten war, fehlte im Monatsverlauf im Norden. Als trockenste Regionen bilanzieren etwa Teile Vorarlbergs, das Außerfern und vor allem Oberösterreich. In Rohrbach im Mühlviertel wurde mit 44% bspw. nicht mal die Hälfte der üblichen Niederschlagsmenge erreicht.

Knapp 2 Grad zu mild



Durch die zahlreichen Südlagen wurde im November nicht nur feuchte, sondern häufig auch entsprechend milde Luft in den Alpenraum geführt. So verwundert es nicht, dass auch dieser Monat mit einer Abweichung von knapp 2 Grad gegenüber dem langjährigen Mittel von 1981-2010 zu mild ausfällt. Es ist damit der 6. zu milde Monat in Folge und der 9. in diesem Jahr.

Weniger markant war die Abweichung in den erwähnten Regionen mit Regen- und Schneerekorden, mit 3 bis 4 Grad über dem Schnitt bilanziert der Monat am mildesten vom Klagenfurter Becken bis ins Weinviertel. Die absolut höchsten Temperaturen wurden meist bei Südföhn gemessen, welcher ebenso überdurchschnittlich häufig wehte.

In den klassischen Föhntälern der Nordalpen konnten wiederholt teils schwere oder gar orkanartige Sturmböen registriert werden. So tobte der Südföhn am 15. und 17. des Monats mit bis zu 108 km/h durch Windischgarsten und Bichlbach.

"Ein wirklich markantes herbstliches Sturmtief blieb im zurückliegenden Monat dagegen aus, folglich kamen die Spitzenböen im dafür anfälligen Donauraum auch nicht über 80 km/h hinaus", bilanziert der Wetterexperte.

Extremwerte November 2019



Höchste Temperaturen

20,9 Grad Bad Radkersburg (ST, 03.)

20,7 Grad Weyer (OÖ, 03.)

20,1 Grad Micheldorf (OÖ, 17.)

Tiefste Temperaturen

-14,5 Grad St. Leonhard/Pitztal (T, 13.)

-14,0 Grad Galtür (T, 14.)

-13,3 Grad St. Jakob/Defereggen (T, 14.)

Nasseste Orte

741 Liter pro Quadratmeter Loibl (K)

616 Liter pro Quadratmeter Kötschach-Mauthen (K)

573 Liter pro Quadratmeter Dellach (K)

Trockenste Orte

24 Liter pro Quadratmeter Retz (NÖ)

29 Liter pro Quadratmeter Litschau (NÖ)

30 Liter pro Quadratmeter Rohrbach + Freistadt + Linz (OÖ), Weitra, Allentsteig + Schöngrabern (NÖ)

Absolut sonnigster bzw. trübster Ort

113 Sonnenstunden Feuerkogel (OÖ)

12 Sonnenstunden Ferlach (K)

Relativ sonnigster bzw. trübster Ort

131 % St. Pölten (NÖ)

17 % Ferlach (K)

Stärkste Windspitzen Niederungen

108 km/h Windischgarsten (OÖ, 17.) + Bichlbach (T, 15.)

104 km/h Zell am See (S, 15.) + Bad Gastein (S, 15.)

97 km/h Bad Goisern (OÖ, 17.)

(Stand: 29.11.2019 – 9 Uhr)

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