Immer mehr Eltern nehmen Kinder wegen Corona aus Schule

Immer mehr Eltern melden ihre Kinder von der Schule ab.
Immer mehr Eltern melden ihre Kinder von der Schule ab.Getty Images/iStockphoto (Symbolbild)
Immer mehr Eltern nehmen ihre Kinder aus der Schule, um sie zu Hause unterrichten zu können. Oft hängt die Abmeldung mit den Corona-Regeln zusammen.

Bildungsminister Heinz Faßmann hat am Mittwoch die Corona-Maßnahmen für das kommende Schuljahr vorgestellt, um das Virus im Herbst möglichst von den Schulen fernzuhalten. So werden etwa in den ersten beiden Schulwochen alle Schüler dreimal getestet, auch wenn sie schon geimpft sind.

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In dieser "Sicherheitsphase" tragen auch alle außerhalb der Klassenräume eine Maske. Ungeimpfte Lehrkräfte tragen die Maske auch im Klassenraum. Ob nach dieser "Sicherheitsphase" weiter Masken getragen werden müssen und großflächig weiter getestet werden muss, hängt von der allgemeinen Risikolage in Österreich ab.

Anstieg bei Schul-Abmeldungen

Doch die Corona-Regeln an den Schulen kommen nicht bei allen Eltern an. Im Gegenteil! Immer mehr Eltern melden ihre Kinder sogar von der Schule ab, um sie zu Hause zu unterrichten. Laut Ö1 verzeichnen die Bildungsdirektionen – mit Ausnahmen von Vorarlberg und dem Burgenland – einen signifikanten Anstieg der Abmeldungen.

Besonders viele Schul-Abmeldungen gibt es in der Steiermark. Dort hat sich die Zahl der Abmeldungen im Vergleich zu den Jahren von Corona mehr als verdoppelt, heißt es weiter. Derzeit sind es 775, man rechnet allerdings noch mit weiteren Abmeldungen.

Zwar müssen die Eltern keine Gründe für eine Abmeldung nennen, die Bildungsdirektionen vermuten aber meistens, dass es eben an den Corona-Maßnahmen liegt – eben das Tragen einer Maske, Testen und auch die Angst vor einer Impfpflicht dürften bei einer Abmeldung wohl eine Rolle spielen.

"Können Klasse nicht teilen"

Und auch in Niederösterreich wird ein Anstieg der Abmeldungen verzeichnet. Vor Corona hat es im flächenmäßig größten Bundesland rund 700 Abmeldungen gegeben, aktuell sind es 1.150, berichtet Ö1. Das sind 0,8 Prozent der Pflichtschüler. Mangels Schülern drohen nun sogar Klassenzusammenlegungen.

So gibt es etwa in der Marktgemeinde Hofstetten-Grünau (Bezirk St. Pölten) im Herbst statt 26 voraussichtlich nur 23 Kinder an der Volksschule. "Somit können wir die Klasse nicht teilen", erklärt Bürgermeister Arthur Rasch im Ö1-"Morgenjournal". Man habe daher jetzt "eine große Klasse und einen Lehrer weniger".

Der Bürgermeister befürchtet sogar noch weitere Abmeldungen – und zwar, wenn es im Herbst weitere Maßnahmen, etwa eine Impfpflicht für 12-Jährige, gibt. "Für uns als Schulerhalter ist das ein Wahnsinn", sagt Rasch weiter. Die Abmeldequote sei zwar noch gering, aber dennoch besorgniserregend, heißt es in der NÖ Bildungsdirektion.

Schon fast 4.000 Abmeldungen

Niederösterreichs Bildungsdirektor Johann Heuras (ÖVP) stellt gegenüber Ö1 etwa klar, dass soziale Kontakte mit anderen Kindern sehr wichtig für die Entwicklung seien. Im Homeschooling würden diese Kontakte aber fehlen. Rechtlich habe man aber keine Handhabe, so Heuras weiter.

Laut "Kronen Zeitung" gibt es für das kommende Schuljahr in ganz Österreich bereits 3.600 Abmeldungen. Die "ZiB 1" berichtete am Dienstag unter Berufung auf die Bildungsdirektion, dass diese Zahl bis zum Schulstart wohl noch auf bis zu 6.000 steigen könnte. Zum Vergleich: im Schuljahr 2019/2020 waren es 2.000 Kinder von der Schule abgemeldet worden.

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