Die Pro-Kopf-Verschuldung steigt an: Mit 76.700 Euro durchschnittlich stehen all jene in der Kreide, die bei der Schuldnerberatung Niederösterreich Hilfe gesucht haben! Dass die Zahl der gerichtsanhängigen Schlichtungsfälle zurückgeht, spricht für die Effizienz der Einrichtung. Auch die Präventionsmaßnahmen greifen.
Für Soziallandesrätin Karin Scheele (SP) ist jeder Fall einer zuviel, sie freut sich aber, dass das flächendeckende Angebot der Beratung ebenso greift wie die Präventionsmaßnahmen. Vor allem in Schulen wurde durch Vorträge viel Bewusstseinsbildung geschaffen. Neu werden mit Schulbeginn Schüler, sogenannte Finanzscouts, Klassenkameraden informieren, um nicht in die häufigsten Finanzfallen wie Handy, Internet oder Moped und Auto zu geraten. Aber auch falsches Konsumverhalten steht ganz oben auf der Liste.
Bei den Erwachsenen sind Einkommensverlust, ehemalige Selbstständigkeit und schlechter Umgang mit Geld die Hauptursachen. Letzteres, so Roswitha Mikusch, Geschäftsführerin der Schuldnerberatung, färbe allzuoft auch auf die Kids ab - das Fehlverhalten werde weitergegeben.
Scheele und Mikusch hoffen, dass sich neues Verbrauchergesetz, Mindestsicherung sowie Wirtschaftsaufschwung weiter positiv auswirken werden.
Karl Müllauer