Immer mehr Wiener radeln im Winter durch die Stadt

Immer mehr Wiener fahren auch im Winter mit dem Fahrrad.
Immer mehr Wiener fahren auch im Winter mit dem Fahrrad.Bild: iStock
Immer mehr Wiener trotzen Eis und Kälte und setzen sich im Winter auf ihr Rad. Was es zu beachten gilt, wird hier erklärt.

Im Winter wird in Wien öfter gestrampelt. Laut Studie des Verkehrsclub Österreich (VCÖ) nutzen in Wien immer mehr Menschen ganzjährig das Fahrrad. In den letzten zehn Jahren ist die Anzahl deutlich gestiegen, am stärksten bei der Zählstelle Argentinierstraße in Wien-Wieden.

"Diese Entwicklung ist erfreulich, denn die Wiener leisten durch das Radfahren einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, zur Verbesserung der Luftqualität und zur Verringerung von Staus", so VCÖ-Sprecher Christian Gratzer. "Radfahren stärkt das Immunsystem, was gerade im Winter wichtig ist. Schon eine halbe Stunde Aktivität pro Tag wirkt gesundheitsfördernd."

Während im Dezember 2009 und 2010 bei der Zählstelle Argentinierstraße im Schnitt 480 Radfahrer pro Arbeitstag unterwegs waren, waren es im Dezember der vergangenen beiden Jahre mit rund 1.270 pro Werktag mehr als zweieinhalb Mal so viele. Bei der Zählstelle Lasallestraße (Wien-Leopoldstadt) hat sich der Radverkehr in diesem Zeitraum im Dezember von durchschnittlich 425 pro Werktag auf 790 pro Werktag fast verdoppelt, ähnlich bei der Zählstelle Neubaugürtel von 435 auf rund 770. Bei der Zählstelle Wienzeile hat sich der Radverkehr im Dezember von rund 160 auf 360 pro Werktag verdoppelt.

"Aufgrund der für die kommenden Tage prognostizierten milden Temperaturen ist für den heurigen Dezember mit neuen Rekordwerten zu rechnen."

Tipps zum Radfahren im Winter

Besonders wichtig ist eine gut funktionierende Beleuchtung. Der VCÖ empfiehlt einen Nabendynamo und als Rücklicht ein Standlicht, das auch leuchtet, wenn man etwa bei einer Kreuzung steht. Zudem ist beim Fahrrad auf ausreichend vorhandene Reflektoren zu achten (weißer Reflektor nach vorne, roter Reflektor nach hinten, gelbe Reflektoren an den Pedalen und auf den Rädern entweder so genannte Katzenaugen (gelb oder weiß) oder in die Reifen integrierte Reflektorstreifen.

Wichtig auch: Bei Schnee- und Eisfahrbahn mit etwas niedrigerem Reifendruck fahren, den Sattel etwas tiefer stellen. Nicht abrupt bremsen sowie das Tempo den Straßenverhältnissen anpassen, also gemütlicher fahren. Die Fahrradkette öfters ölen und das Fahrrad häufiger reinigen, Streusalz kann zu Korrosionsschäden führen. Bei höheren Minusgraden kann das Radschloss einfrieren, zur Sicherheit einen Enteiser mitnehmen. Auch Elektro-Fahrräder brauchen keine Winterpause. Bei tiefen Temperaturen den Akku in die Wohnung oder ins Büro mitnehmen und in beheizten Räumen aufladen.

Anzahl der Radfahrer pro Werktag im Dezember 2018 und 2017 im Vergleich zu Dezember 2009 und 2010 laut VCÖ:

Zählstelle Argentinierstraße:

Dezember 2018 und 2017: 1.268 Radfahrende pro Werktag (plus 164 %)

Zählstelle Lasallestraße:

Dezember 2018 und 2017: 790 Radfahrende pro Werktag (plus 86 %)

Zählstelle Neubaugürtel:

Dezember 2018 und 2017: 767 Radfahrende pro Werktag (plus 77 %)

Zählstelle Wienzeile:

Dezember 2018 und 2017: 360 Radfahrende pro Werktag (plus 129 %)

Zählstelle Donaukanal:

Dezember 2018 und 2017: 339 Radfahrende pro Werktag (plus 49 %)

Zählstelle Langobardenstraße:

Dezember 2018 und 2017: 271 Radfahrende pro Werktag (plus 185 %)

Zählstelle Liesingbach:

Dezember 2018 und 2017: 139 Radfahrende pro Werktag (plus 43 %) Quelle: NAST Consulting, VCÖ 2019

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