Der Gemeindevertreterverband Niederösterreichs (GVV) schlägt Alarm. Noch nie war die Kandidatensuche für das Bürgermeisteramt so schwierig wie heute. Die Bezugs-Erhöhung vor zwei Jahren war eine erste Erleichterung. „Aber diese allein reicht nicht“, kritisieren die GVV-Präsidenten Rupert Dworak (SP)und Alfred Riedl (VP).
Denn dafür sei das Amt zu unattraktiv, habe sich im Laufe der Zeit zu sehr gewandelt. „Früher waren wir Verwalter, heute sind wir Manager“, sagt Riedl (Foto), selbst Stadtchef von Grafenwörth (Bezirk Tulln). Eine große zeitliche Belastung (90 Prozent sind nebenberuflich Bürgermeister) in Kombination mit der mangelnden Entlohnung stelle Gemeinden vor ein großes Nachfolger-Problem.
Bis zu 50 Stunden pro Woche kann die Position zusätzlich einnehmen. „Da muss man zwangsläufig den Hauptberuf vernachlässigen. Wenn man dann nicht mehr gewählt wird, muss man schauen, wo man bleibt“, kritisiert der Altbürgermeister von Sieghartskirchen, Josef Ungler. Er ist aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten.
Die GVV pocht nun auf die Umsetzung der fehlenden sozialen und pensionsrechtlichen Absicherung für Bürgermeister. „Sonst müssen wir künftige Ortschefs bald per Inserat suchen“, erklärt Dworak.Thomas Werth