Die Zeit, in der die Immobilienpreise in Österreich gesunken sind, ist vorbei. Zu diesem Ergebnis kommt der Raiffeisen-Ökonom Matthias Reith in einer aktuellen Analyse. Eigentumswohnungen und Häuser haben sich 2025 um 1 Prozent verteuert, im ersten Halbjahr 2026 lag der Preisanstieg bereits bei 1,8 Prozent. Für das gesamte Jahr rechnet Raiffeisen Research mit einem Plus von 2,5 Prozent. Etwas bremsend dürften laut Analyse heuer und im kommenden Jahr die erwarteten Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank (EZB) wirken.
"Die Globalisierung macht nicht vor den österreichischen Bauzäunen halt. Die durch den Irankrieg gestiegenen Energiepreise machen auch bei uns das Bauen nochmals teurer", sagte Reith laut Aussendung. Höhere Preise führen dazu, dass weniger gebaut wird und das Angebot an neuem Wohnraum begrenzt bleibt. Die Folge sind sowohl höhere Preise für Wohneigentum als auch steigende Mieten, vor allem in Ballungsräumen, wo Wohnraum ohnehin knapp ist.
Gleichzeitig dürften weitere Zinserhöhungen der EZB heuer und im kommenden Jahr den Preisanstieg etwas bremsen. "Gestiegene Einkommen und einbrechende Fertigstellungszahlen bei (leicht) wachsender Bevölkerung sprechen für steigende Preise, das dauerhaft geänderte Zinsumfeld aber dagegen, dass die Bäume in den Himmel wachsen", heißt es in der Aussendung.
Die Nachfrage nach Wohnraum ist allerdings auch gedämpft. "Wir sehen auch, dass sich neue Wohnungen trotz des geringen Angebots langsamer verkaufen", sagte Raiffeisen-Wohnbau-Geschäftsführerin Gerhild Bensch-König laut Aussendung.
Besonders junge Menschen können sich den Kauf von Wohneigentum oft nicht leisten, es scheitert an der Finanzierung. "Die Aufbringung der erforderlichen 20 Prozent Eigenmittel wird durch die hohen Mieten erschwert, während das weiterhin hohe Zinsniveau viele bei dieser wichtigen Lebensentscheidung zuwarten lässt", so Bensch-König.