Niederösterreich bekommt "Armutszeugnis" beim Impfen

Symbolfoto einer Impfung.
Symbolfoto einer Impfung.Picturedesk
Die NEOS kritisieren einmal mehr den schleppenden Impfprozess im Land, streichen besonders den Fortschritt in Niederösterreich negativ hervor.

Die Kritik an den Impfvorgänge im Land reißt nicht ab. „Der Impfplan und die Empfehlungen des nationalen Impfgremiums werden in den Bundesländern fast durchgängig nicht eingehalten. Nur ein Drittel der Geimpften in Österreich ist über 75 Jahre alt“, sagt NEOS-Gesundheitssprecher Gerald Loacker und bezieht sich dabei auf demographische Daten, die diese Woche offengelegt wurden.

Das Chaos rund um die Impfungen in Österreich gehe demnach weiter. Besonders das Bundesland Niederösterreich kommt nicht gut weg. "Es darf nicht sein, dass in manchen Bundesländern, wie in Niederösterreich überhaupt nur 19 Prozent der bisher geimpften über 75 Jahre alt sind. Der Impfplan muss eingehalten werden, Alte und Risikogruppen, die die Krankheit nicht gerade erst hinter sich haben, und jetzt für die Impfung vorgesehen wären, dürfen nicht nachgereiht werden", so Loacker. Die Zahl von bisher 500.000 Impfungen sei ein Armutszeugnis, kein Erfolg meint Loacker in Bezug auf den von Gesundheitsminister Anschober hervorgestrichenen Meilenstein.

Kritisch analysieren

Man müsse kritisch analysieren und die vorhandenen Impfungen, solange sie noch Mangelware sind, klug verimpfen: „Immer mehr Studien, unter anderem von der MedUni Graz in Kooperation mit der AGES, bestätigen zudem, dass natürliche Immunität eine höchst relevante Rolle spielt. Wir NEOS haben bereits mehrfach darauf hingewiesen, erst kürzlich Infizierte im Impfplan nach hinten zu reihen, um die Impfung gezielt jenen zukommen zu lassen, die weder eine natürliche noch eine künstliche Immunität aufweisen.“

Die NEOS erneuern damit auch ihre Forderung im Zuge der Impfstraßen breitflächig Antikörpertests anzubieten. „Nur so können wir einerseits herausfinden, wie viele in Österreich tatsächlich eine natürliche Immunität aufweisen, und andererseits die Impfungen zielgerichtet nutzen“, so Loacker.

Gerald Loacker am 18. November 2020 im Rahmen einer Sitzung des Nationalrates
Gerald Loacker am 18. November 2020 im Rahmen einer Sitzung des NationalratesHERBERT NEUBAUER / APA / picturedesk.com
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