Impfstoff von AstraZeneca nur wenig wirksam

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Bald könnte in Österreich der Impfstoff von AstraZeneca zugelassen werden. Dieser scheint jedoch nur eine geringe Wirkung zu haben.

Ende Jänner soll der Impfstoff von AstraZeneca, der zusammen mit der Oxford Universität entwickelt wurde, in der EU - und somit auch bei uns in Österreich - zugelassen werden. Die EU hat bereits 400 Dosen des Impfstoffes vorbestellt.  In Großbritannien wurde er bereits zugelassen.

Wie nun jedoch eine im Fachmagazin Lancet veröffentlichte Zwischenauswertungder laufenden Phase II/III-Studie zeigt, soll der Impfstoff nur eine Wirksamkeit von 70 Prozent haben. Die mRNA-Impfstoffe von Pfizer/BioNTech und Moderna kommen dagegen auf über 90 Prozent. Damit bestätigt die Untersuchung die Ergebnisse früherer Phase III-Studien des Impfstoffherstellers. Für die Zwischenauswertung wurden die Daten von erst 11.636 Probanden aus Großbritannien und Brasilien analysiert. In der Wirksamkeitsstudie von Pfizer-BioNTechwaren die Daten von 43.548 Probanden untersucht worden, in jener von Moderna die Daten von 30.420 Probanden.

Impfschutz ist nicht zu gering für eine Zulassung

Ein relativ geringer Schutz-Effekt kann für eine Registrierung durch Arzneimittelbehörden ausreichen. So verweisen die Studienautoren unter Merryn Voysey (Universität Oxford) und die Co-Autoren auf US-amerikanische Zulassungsmechanismen bei der Bekämpfung der Pandemie: "Die Leitlinien der US-Food and Drug Administration geben an, dass sie eine Vakzine gegen das Pandemie-Virus zulassen würde, die eine 50-prozentige Schutzrate aufweist." 

Niedrige Dosis führt zu höherem Schutz

Das paradoxe Ergebnis, dass es zu einer höheren Schutzrate nach einer niedrigeren Dosierung als bei einer Standard-Dose-Impfung kommt, bestätigt sich somit erneut. "Bei Teilnehmern, die zwei Standard-Dosen erhalten hatten, lag die Wirksamkeit des Impfstoffes bei 62,1 Prozent. Bei Teilnehmern, die eine niedrige Dosis, gefolgt von einer Standard-Dosis, bekommen hatten, betrug die Schutzrate 90 Prozent", schreiben die Studienautoren. Erst wenn man die Ergebnisse der beiden Testgruppen "kombiniert", ergibt sich daraus eine durchschnittliche Schutzrate mit dem Impfstoff von 70,4 Prozent.

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