Paukenschlag im beschaulichen Bad Leonfelden (Bez. Urfahr-Umgebung). Dort hat sich nämlich die örtliche FPÖ aufgelöst, wird künftig als FDB (Freiheit der Bürger) im Gemeinderat sitzen. FPÖ-Bürgermeisterkandidat Oliver Jeitler und seine Parteifreunde stellen drei Sitze, man hat mit Gerold Fischer sogar einen Stadtrat.
Offizieller Hintergrund: "Wegen innerparteilicher Differenzen mit der Bezirksparteileitung und dem Bezirksparteiobmann von Urfahr Umgebung, war eine zukünftige konstruktive Zusammenarbeit nicht mehr gegeben", schreibt Jeitler auf Facebook.
Man habe deshalb am 17. Dezember in Bad Leonfelden einstimmig die neue Partei FDP gegründet. "Dass einzelne Ortsgruppenmitglieder zum Austritt 'mitgerissen' worden seien, entspricht der Unwahrheit", betont Jeitler.
Bei der FPÖ ist man mit der ganzen Situation natürlich nicht zufrieden. "Es geht dabei um die demokratisch gefällte Entscheidung, die offenbar von der handelnden Person nicht hingenommen werden kann. Dass nun dieser Weg eingeschlagen wird, finde ich sehr schade. Ich werde weiterhin das direkte Gespräch suchen, von einer Diskussion über Medien halte ich allerdings nichts", sagt Bezirksparteiobmannes der FPÖ Urfahr Umgebung, Bundesrat Günter Pröller, auf Nachfrage von "Heute".
Doch in Bad Leonfelden selbst wird gemutmaßt, dass es einen ganz anderen Hintergrund gibt. Denn Jeitler gilt als ausgewiesener Gegner der Impflicht. Er soll auch schon auf Corona-Demos in Wien gewesen sein. Der softere Weg von Landesparteichef Manfred Haimbuchner sei ihm ein Dorn im Auge, heißt es hinter vorgehaltener Hand.
Doch Jeitler will davon nichts wissen: "Unser Austritt erfolgte weder durch die Politik der Landespartei von Manfred Haimbuchner noch durch die Politik der Bundespartei von Herbert Kickl. Wir akzeptieren die Argumente sowohl von Impfbefürwortern als auch von Impfgegnern. Auch bei unseren Mitgliedern sind die meisten schon durchgeimpft."
"Ich war auf einer einzigen Demo in Wien. Ich will keine Impfpflicht, bin aber kein Coronaleugner oder Impfgegner", stellt er klar. Woher diese Gerüchte kommen kann er nicht nachvollziehen.