In 5 Tagen verdienen sie so viel wie du im ganzen Jahr

Nur fünf Arbeitstage braucht es, bis Vorstandsvorsitzende das Jahresgehalt durchschnittlich Beschäftigter erreichen.
Nur fünf Arbeitstage braucht es, bis Vorstandsvorsitzende das Jahresgehalt durchschnittlich Beschäftigter erreichen.iStock
Während der Großteil der Österreicher für wenig Geld viel leistet, haben einige das Jahreseinkommen eines Beschäftigten heuer bereits verdient.

"Fat Cat Day", den "Tag der fetten Katze", nennt man jenen Tag, an welchem ein Topmanager brutto so viel verdient hat wie ein durchschnittlicher Arbeitnehmer in einem ganzen Jahr. In Österreich fällt dieser 2021 auf den 9. Jänner – und eigentlich noch früher, wenn die Feiertage nicht gewesen wären. Fünf Arbeitstage braucht es nämlich nur, bis Österreichs Top-Verdiener den durchschnittlichen "Hackler" beim jahresgehalt übertreffen. Oder konkreter 57 Stunden.

Der Stundenlohn der Betroffenen liegt dabei laut Arbeiterkammer (AK) bei 574 Euro für die Vorstandsvorsitzenden der 20 wichtigsten heimischen und börsennotierten Unternehmen. Unter den 20 Bossen befindet sich dabei nur eine Frau. Die Annahmen der Berechnung erfolgen laut AK anhand jener des britischen High Pay Centers: Ein CEO arbeitet demnach 12 Stunden am Tag, nimmt sich an einem von 4 Wochenenden frei und kommt mit 10 Tagen Urlaub plus 9 Feiertagen aus. Unterm Strich arbeitet ein CEO somit 320 Tage oder 3.840 Stunden.

Wer gut für Mitarbeiter sorgt, soll mehr bekommen

Die AK plädiert wegen des massiven Lohnunterschieds zwischen Vorstandschefs und "durchschnittlichen" Beschäftigten für "Angemessenheit, Nachhaltigkeit und Transparenz". Der Gesetzgeber müsse "gerade in Krisenzeiten verhindern, dass kurzfristig ausgerichtete Unternehmensentscheidungen, die vor allem die Interessen der Aktionäre bedienen, belohnt werden und die Schere zwischen den Einkommen des Managements und der Beschäftigten weiter aufgeht", so die AK.

Die Ak schlägt dabei vor, für Vorstände Ziele nicht nur finanziell, sondern auch in den Bereichen Soziales, Gesellschaft, Umwelt und Beschäftigung vorzusehen, aber sie auch verstärkt in die Pflicht zu nehmen, Arbeitsplätze in ihren Unternehmen zu sichern und gute Arbeitsbedingungen zu schaffen. "Damit es nicht bei reiner Symbolik bleibt, sollten Bonuszahlungen in Zukunft zu mindestens einem Drittel an nicht-finanzielle Zielvereinbarungen geknüpft werden", so die Arbeiterkammer. Außerdem solle es Höchstgrenzen für die Managementgehälter geben.

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