Österreich

In Bad von Rasentraktor überrollt

Heute Redaktion
14.09.2021, 01:52

Im Wiener Stadionbad ist Monika H. (72) unter die Räder gekommen. Seit Mai liegt sie in der Intensivstation: alle Rippen und sechs Wirbel gebrochen, Lunge gequetscht. Der Krimi hinter dem Unfall.

Hinter der Kantine lauerte der Tod: Am 18. Mai schlenderten Monika H. (72) und ihr Mann Franz (74) im Wiener Stadionbad mittags zu den Kabinen. Hinter ihnen tuckerte ein Rasenmäher-Traktor mit Anhänger heran. Lenker Luis R. wollte rechts am Paar vorbei – und hupte, statt zu bremsen. Fatale Folge: Erschrocken machte die Pensionistin einen Schritt in die falsche Richtung, geriet unter die Räder und wurde lebensgefährlich verletzt: alle Rippen und sechs Wirbel gebrochen, der Magen verschoben, die Lunge gequetscht.

Monika H. liegt noch immer in der Intensivstation. Gegen Fahrer und Bademeister Luis R. läuft ein Verfahren (Körperverletzung). Die Ansprüche des Opfers sichern Anwalts-Legende Josef Wegrostek und sein Partner Amr Katkhouda. Und die Advokaten sind auf der Spur eines Krimis. Denn vor der Polizei beschönigte Luis R. sein Verschulden nicht, merkte aber an: "Mir wurde die Fahrt aufgetragen. Aber ich habe keinen Führerschein und wurde auch nie im Betrieb des Traktors unterwiesen."
Schlimmer noch: Nach dem Unfall sollte er eine Einschulung bestätigen – rückdatiert auf 23. April. Der Bademeister unterschrieb nicht – und wurde versetzt. Er ist jetzt Platzwart im Praterstadion. Die Anwälte nehmen die Wiener Sportstätten als Badbetreiber in die Haftung: "Angesichts der massiven Verletzungen werden wir für das Opfer zumindest 100.000 Euro fordern."

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