Österreich

In der Innenstadt sind Wiener heute unerwünscht

Heute Redaktion
14.09.2021, 16:45

Am Sonntag ist Chinas Staats- und Parteichef Hu Jintao nach Wien gekommen, zu sehen werden ihn allerdings die Wenigsten bekommen. Am Montag ist nämlich der halbe erste Bezirk Sperrgebiet. Autos werden abgeschleppt, öffentliche Verkehrsmittel eingestellt, Plätze gesperrt.

Die Mitglieder der Tibetergemeinschaft Österreich (TGÖ) sind nicht die Einzigen, die die Platzverbote "nicht nachvollziehbar und völlig überzogen" finden. Gemunkelt wird, dass die großräumigen Sperren auf Druck Chinas verhängt wurden. Kundgebungen und Demonstrationen sollen "nicht im Blickfeld des chinesischen Präsidenten stattfinden", schrieben die Tibeter in einer Aussendung.

Doch auch die Wiener haben unter der Paranoia der Chinesen zu leiden. Obwohl Otto Normalverbraucher mit der riesigen Wirtschaftdelegation nichts anzufangen weiß und der Staatspräsident auf wenig Interesse stößt, ist seine Anwesenheit allgegenwärtig, zumindest wenn man versucht in den Ersten Bezirk zu kommen, oder diesen zu durchqueren. Das wird nämlich den ganzen Montag über zur Odyssee.

Ganztägig / Vormittag

Seit 8.00 Uhr ist der Heldenplatz gesperrt. Vor der Hofburg wird es zwar von Polizisten und chinesischem Sicherheitspersonal wimmeln, Wiener und Österreicher sind aber unerwüscht. Hu Jintao ist in Wien zu Besuch, die Wiener bekommen aber nur die Sperrzonen rund um den Staatsbesuch mit.

Die Buslinien 1A und 2A wurden komplett eingestellt, den Wienern wird empfohlen unter die Erde zu flüchten und auf die U-Bahn auszuweichen.

Die Linie 3A wird am Montag nicht wie üblich zwischen Schottenring und Schwarzenbergplatz verkehren, sondern zum Stephansplatz umgeleitet.

Nachmittag

Ab 15.00 Uhr ist der Ring gesperrt. Zwischen Schwarzenbergplatz und Schottengasse wird bis mindestens 17.30 Uhr gar nichts gehen. Wer unbedingt in die Gegend muss, kann über die Lothringerstraße und die "Zweierlinie" bis zur Schottengasse  ausweichen.

Am Abend fliegt die chinesische Delegation weiter nach Salzburg, um dort die Stadt lahmzulegen. Am Dienstag wird Hu Jintao dann Oberösterreich heimsuchen.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen