In Tschernobyls Todeszone tobt wieder das Leben

Die Reaktorkatastrophe von 1986 beendete einst alles Leben in der Gegend um Tschernobyl. Nun ist es in großer Vielfalt zurück.
Mehr als drei Jahrzehnte nach dem GAU von 1986 gleicht das Gebiet um das havarierte Atomkraftwerk einem wahren Wildtierparadies. 2015 hatten Forscher vom Staatlichen Radioökologischen Reservat Polesie im weißrussischen Gomel im Fachjournal "Current Biology" bereits von der Rückkehr von Elchen, Hirschen, Rehen, Wildschweinen und Wölfen berichtet.

Doch diese Arten sind nicht die einzigen, die – nachdem ihre Bestände direkt nach dem GAU eingebrochen waren – wieder zurück ins noch immer strahlende Sperrgebiet gekommen sind. Das geht aus einer im Fachjournal "Food Webs" publizierten Studie hervor.

15 Neuzugänge dokumentiert

Das Team um Peter E. Schlichting von den Universitäten von Georgia und Arizona hatte für die Untersuchung zunächst Fischköder entlang des Prypjat-Flusses und alten landwirtschaftlichen Bewässerungskanälen ausgelegt – um Aasfresser anlocken.

CommentCreated with Sketch.7 Zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch.

Video: Das befindet sich unter dem gigantischen Schutzmantel von Tschernobyl (Quelle: Glomex/ProSieben, 2017)

Der Plan der Wissenschaftler ging auf. So fanden sich nach kurzer Zeit zehn Säugetier- und fünf Vogelarten bei den Fischkadavern wieder. Darunter "zum ersten Mal Seeadler, amerikanische Nerze und Flussotter", so Schlichtings Kollege James Beasley in einer Mitteilung der Hochschule.

98 Prozent der Fische, die das Team als Köder ausgelegt hatte, wurden gefressen. Für die Forscher ein Zeichen einer reichen Vielfalt an Aasfressern und in der Folge eines florierenden Ökosystems.

Die Bilder des Tages

(fee)

Nav-AccountCreated with Sketch. fee TimeCreated with Sketch.| Akt:
UkraineNewsWeltTiereGAUWissen

ThemaCreated with Sketch.Mehr zum Thema

CommentCreated with Sketch.Kommentieren