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In diesem Land ist TikTok ab sofort verboten

Wegen "Störung der sozialen Harmonie" hat die Regierung Nepals die Social Media-App landesweit verboten.

David Winter
In diesem Land ist TikTok ab sofort verboten
TikTok gehört zu den beliebtesten Social Media Apps. In Nepal wird die Plattform nun landesweit verboten.
Utrecht, Robin / Action Press / picturedesk.com

TikTok gehört zu den beliebtesten Social Media Apps weltweit. Nutzerinnen und Nutzer in Nepal müssen sich nun nach einer Alternative umschauen. Denn die nepalesische Regierung hat am Montag angekündigt, die TikTok im ganzen Land verbieten zu wollen. Die Regierung will so die "soziale Harmonie" zu schützen. Von der Maßnahme sollen 2,2 Millionen User betroffen sein, welche die App in dem Land nutzen.

Damit reagiert Nepal auf dem Vorwurf, dass TikTok zu Hassreden anrege und entsprechende Videos auch verbreite. In ihrer Erklärung zu dem Verbot wurde die nepalesische Ministerin für Kommunikation und Informationstechnologie deutlich: TikTok störe "die soziale Harmonie, Familienstruktur und auch Familienbeziehungen in Nepal". Die nepalesische Regierung erklärte, sie habe sich mehrere Male an den Betreiber der App gewandt. Das Unternehmen soll sich aber weigern, auf Bedenken Nepals einzugehen, heißt es. 

Wann wird TikTok gesperrt?

Gelten soll das TikTok-Verbot ab sofort. Dennoch ist unklar, wann die Nutzer und Nutzerinnen tatsächlich Zugang zu der Plattform verlieren werden. Einige Internetanbieter hätten den Zugang zu der App bereits gesperrt, andere würden dies bald tun, sagte der Vorsitzende der nepalesischen Telekommunikationsbehörde am Montag zu Reuters.

Der weitreichende Schritt kommt nur wenige Tage, nachdem die Behörden eine schärfere Regeln für alle Social-Media-Plattformen erlassen haben, denen sich nun alle Dienste beugen müssen. Für Social Media-Betreiber sollen nun folgende Regeln gelten.

Diese Social Media-Inhalte sind in Nepal nun verboten:

  • Hassrede
  • Bewerbung von sexueller Ausbeutung
  • Werbung für Drogen
  • Terrorismusbezogene Nachrichten
  • Fake News
  • Veröffentlichung private Fotos ohne Zustimmung

Außerdem müssen die Social-Media-Unternehmen ein Verbindungsbüros in Nepal zu eröffnen, damit sie besser auf die Bedenken der Öffentlichkeit eingehen und anstößige Inhalte entfernen können. Tech-Giganten wie Facebook, X – ehemals Twitter – und Instagram haben drei Monate Zeit, um Büros einzurichten oder Vertretungspersonen in Nepal zu ernennen. Darüber hinaus müssen sie sich beim Ministerium für Informations- und Kommunikationstechnologie registrieren lassen. Ansonsten droht wie bei TikTok mit die Schließung.

Die chinesische App TikTok gerät durch den Schritt Nepals weiter unter Druck. Zwar gibt es weltweit über eine Milliarde Nutzer und Nutzerinnen. Der Verlust von 2,2 Millionen Usern in Nepal dürfte die App verschmerzen können. Nepal ist allerdings nicht das einzige Land, das den chinesischen Einfluss fürchtet. Auch in Indien ist TikTok seit 2020 nach einer Eskalation in einem langjährigen Gebietsstreit mit China verboten. In den USA, Australien und mehreren europäischen Ländern wurde die App unter Berufung auf nationale Sicherheitsbedenken auf den Mobiltelefonen von Staatsbediensteten verboten.

dkw
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