Manchmal braucht gut Ding wirklich Weile - aber wenn es soweit ist, kann Eile nicht schaden. Schon nach dem Zweiten Weltkrieg setzte sich Bundespräsident Karl Renner für ein Haus der österreichischen Geschichte ein. Seitdem zogen viele Vorschläge, Debatten und Studien ins Land, zuletzt gab die Regierung Gusenbauer ein Konzept in Auftrag, dessen Umsetzung auf sich warten ließ.
Manchmal braucht gut Ding wirklich Weile – aber wenn es soweit ist, kann Eile nicht schaden. Schon nach dem Zweiten Weltkrieg setzte sich Bundespräsident Karl Renner für ein Haus der österreichischen Geschichte ein. Seitdem zogen viele Vorschläge, Debatten und Studien ins Land, zuletzt gab die Regierung Gusenbauer ein Konzept in Auftrag, dessen Umsetzung auf sich warten ließ.
Als Kulturminister Ostermayer nun ankündigte, das Haus der Geschichte in der Hofburg realisieren zu wollen und damit eine in der Politik mittlerweile fast ausgestorbene Tugend, nämlich Entscheidungsfreude, zeigte, meldeten sich – wie könnte es in Österreich auch anders sein – Widerstand und Kritik. Da werden kleinliche und eigennützige Bedenken vorgebracht. Die Sammlung alter Musikinstrumente dürfe dem Haus der Geschichte nicht weichen.
Da solle doch lieber das Haus der Geschichte dezentral über die Stadt verstreut werden, am besten, bis es keiner mehr findet. Andere fantasierten von einem Haus der Zukunft, eine Idee, die mehr an einen Expo-Pavillon der Tourismuswerbung erinnert als an ein seriöses Museum. Manche würden das Institut am liebsten ins Heeresgeschichtliche Museum im Arsenal auslagern. Zuletzt wurde auch die Idee eines Neubaus am Heldenplatz aufs Tapet gebracht – angesichts der klammen Finanzsituation der Republik würde dies ein Verschieben auf den St. Nimmerleinstag bedeuten.
Dabei ist das Konzept überzeugend: Ein interaktives, multimediales Zentrum der Zeitgeschichte auf 3000m² für Jung und Alt, fernab von Parteigeschichtsschreibung, an einem Ort, an dem österreichische Geschichte geschrieben wurde. Die Federführung bei der Planung soll der hervorragende Historiker Oliver Rathkolb innehaben. Um Synergien zu erzielen, soll das Management der tüchtigen Direktorin der Nationalbibliothek Johanna Rachinger übergeben werden. Die Eröffnung ist für 2018 geplant. Herr Minister, lassen Sie sich nicht beirren: Ihr Einsatz und Mut lohnen sich.
Hoch lebe die Kunst.