In der Josefstadt ist es ohne Publikum "gespenstisch"

Bernhardi (Föttinger) mit Priester (Stein)
Bernhardi (Föttinger) mit Priester (Stein)Sepp Gallauer
Am Freitag startet auf ORF III "Wir spielen für Österreich" mit wöchentlichen Theateraufführungen. Los geht es mit Schnitzlers "Professor Bernhardi".

Arthur Schnitzler nannte seinen "Professor Bernhardi" 1912 eine Komödie, aber die Behörden der Donaumonarchie fanden das systemkritische Stück über einen Arzt, der in die Räder zwischen Politik und Religion gerät, gar nicht lustig. Bis 1918 durfte es nicht gezeigt werden.

Die Aufzeichnung für morgen fand in einem leeren Theater an der Josefstadt statt. "Wenn sonst 700 Leute im Publikum sitzen, dann hustet oder spricht immer wieder jemand", sagt Schauspieler Matthias Franz Stein, "aber jetzt hört man jede Stecknadel fallen. Ohne Publikum ist es gespenstisch!" Stein spielt jenen Priester, der den Arzt Bernhardi (Josefstadt-Direktor Herbert Föttinger) unabsichtlich zum Aktivisten macht. "Wenn man sich sonst im Theater verspricht, ist es egal. Und beim Film würde man einfach einen zweiten Take machen. Aber bei diesen Aufzeichnungen ist jeder Fehler am Band. Und das macht einen dann besonders nervös!"

Ab morgen überträgt ORF III jeden Freitag um 20.15 Uhr ein neu produziertes Theaterstück.

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