In ÖBB-Bus eingesperrte Studentin "jodelt" um Hilfe

Eine 21-Jährige aus Graz war vom Busfahrer unabsichtlich im Gepäckabteil eingesperrt worden. Über die Plattform "Jodel" rief die junge Frau das Internet zu Hilfe.

"Ich bin im ÖBB Bus hinten beim Gebäck [sic!] eingesperrt weil er schon losgefahren is als ich mein Zeug rein tun wollt", ruft eine Grazer Studentin das Internet zu Hilfe. "Was soll ich tun? Bei der Hotline hebt keiner ab!!!"

Obwohl sie mit ihrem Posting Tausende Menschen erreichte, wirklich hilfreich waren die Reaktionen nicht. Während sich einige über den Rechtschreibfehler lustig machen ("Verhungern wirst net, also alles gut") und etwa fragen, ob sie "in da Semmel oder im Kornspitz gefangen" ist, wollen andere Beweisfotos sehen. "Pic or it didn't happen", fordert ein anonymer User – und die verzweifelte Studentin liefert.

Beim Einladen eingesperrt

Sie postet Fotos aus dem aus dem Inneren des Gepäckabteils und liefert eine Erklärung, wie sie überhaupt in ihre missliche Lage gekommen war. Sie hätte beim Einladen in Klagenfurt vorne keinen Platz mehr gefunden und sei deshalb in das Gepäckabteil geklettert, um ihre Sachen zu verstauen. Dann ging plötzlich die Tür zu und der Bus fuhr los. "Ich hab sogar versucht noch gegen die Tür zu drücken damit sie nicht zugeht aber es hat nicht funktioniert", schreibt die 21-Jährige.

Zumindest nahm sie es mit Humor, auf einem Bild zeigt sie mit ihren Fingern das Victory-Zeichen und auf einem anderen zeigt sie ihr Ticket und scherzt: "Hätt sogar an Sitzplatz gebucht ghabt."

"Bin komplett fertig mit die Nerven"

Nachdem offenbar weder von der ÖBB-Hotline noch von den anderen "Jodelern" Hilfe zu erwarten war, meldete sich die Studentin bei der Polizei. "Hab bei der Polizei angerufen, sie meinen sie probieren mal wen zu erreichen", postet die Grazerin.

Nach weiteren Witzen über ihr "Gebäck", entschuldigt sie sich für ihren Vertipper: "Sorry für den Fehler, aber i bin komplett fertig mit die Nerven", schreibt die junge Frau. "Ich wein nicht aber bin vor Aufregung verschwitzt und rot im Gesicht."

ÖBB konnte eigenen Fahrer nicht erreichen

In der Zwischenzeit hatte sich auch die Polizei wieder bei ihr gemeldet und schockte mit ihrer Auskunft: Man hätte endlich jemanden bei der ÖBB erreicht, aber diese hätten keine Telefonnummer des Busfahrers parat. "Ich soll bis Wolfsberg warten aber falls es Probleme gibt (ich Luftnot hätte oder ähnliches) könnten sie mir einen Polizeiwagen nachschicken", berichtet die Gefangene aus ihrem 8,3 Kubikmeter großen Gefängnis.

"Hab aber gsagt dass des schon gehen wird, weil's eh nimmer so lang is und ich weiß auch harnicht wo ich bin. Und sie würden mir empfehlen auf jeden Fall eine Beschwerde zu schreiben, weil's des echt nit sein kann, dass keiner die Nummer vom Buslenker hat."

Als sich der Bus eine knappe Stunde später seinem ersten Halt näherte, rückten sogar einige User persönlich aus um die unglückliche Studentin in Empfang zu nehmen. "Beobachtungsposten bezogen", schreibt einer und schickt ein Bild des Wolfsberger Busbahnhofs. Auch die Polizei hatte sich in der Zwischenzeit eingefunden.

Rettender Tipp kam zu spät

Erst später hatte ein Beamter, der vor Ort war einen schlauen Tipp für die aufgelöste Studentin: Sie hätte einfach durch eine Klappe in den Fahrgastraum gehen können. Das wusste sie aber nicht. Nach ihrer Rettung und den polizeilichen Formalitäten durfte die 21-Jährige ihre Reise fortsetzen – dieses Mal auf einem regulären Sitzplatz.



Ein Sprecher der ÖBB, Christoph Posch entschuldigte sich später für den Vorfall: "Es tut uns sehr leid. Die Abfahrtszeit war schon herangerückt, der Busfahrer war eingestiegen und hatte die Türen geschlossen. In diesem Moment dürfte die Frau in das Abteil geschlüpft sein", erklärt Posch.

(rcp)

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