Hollywood Superstar Angelina Jolie hat sich mit ihrem Regie-Debut einiges vorgenommen. In "In the Land of Blood and Honey" geht es um ein Pärchen, das im Bosnienkrieg plötzlich auf verschiedenen Seiten steht.
Danijel (Goran Kostic) und Ajla (Zana Marjanovic) geraten auf entgegengesetzte Seiten eines brutalen ethnischen Konflikts. Danijel ist bosnischer Serbe, er arbeitet bei der Polizei. Ajla ist Bosniakin, eine bosnische Muslimin und Künstlerin. Danijel und Ajla waren vor dem Krieg ein Paar, aber die Gewalt, die das Land überrollt, macht auch vor ihrer Beziehung nicht halt.
Nur ein paar Monate nach Kriegsbeginn wird Daniel Soldat, ausgerechnet im Regiment seines Vaters, der General in der Armee der serbischen Republik (VRS) ist. Danijel trifft Ajla erst wieder, als Soldaten unter seinem Kommando sie, ihre Schwester und deren Baby aus Ajlas Apartment treiben. Ajla wird Danijels Gefangene. Im Krieg verwischen sich die Grenzen zwischen gut und böse, Freund und Feind. Kann man seinem Geliebten trauen? Muss der Feind schlecht sein? Ein Dilemma, auf das Regisseurin Angelina Jolie keine leichten Antworten fand.
"Ich hatte eigentlich nie vor, Regie zu führen oder ein Drehbuch zu schreiben. Ich besuche seit zehn Jahren Konfliktregionen weltweit. Ich war immer extrem frustriert, vor allem wegen der Gewalt gegen Frauen und wegen des fehlenden Eingreifens von Außen. Den Konflikt in Bosnien habe ich als Thema gewählt, denn ich war schon oft in der Region, aber ich konnte einfach nicht wirklich verstehen, was damals passiert war. Das ist einer dieser Konflikte, wo ich die Puzzleteile einfach nicht zusammengekriegt habe. Ich fand, dass die Welt darüber nicht genug sprach", so Jolie über ihr Erstlingswerk.
"In the Land of Blood and Honey" zeigt die Gewalt des Bosnien-Kriegs und soll dem Frieden ein Zeichen setzen. Dass die Völkerverständigung in Bosnien- Herzegowina inzwischen wieder klappt, beweist der Film selbst: Angelina Jolie hat ihr Team und ihre Schauspieler aus Serben, Kroaten und Bosniaken ausgewählt.
Aufstand der Kriegsopfer
Trotz aller Bemühungen um Authenzität kam es allerdings während der Dreharbeiten zu einem folgenschweren Mißverständnis. Eine Gruppe Frauen, Kriegsopfer des Bosnienkrieges, protestierte gegen die Dreharbeiten. Das Gerücht hatte die Runde gemacht, dass Jolies Film von einer Bosnierin handelt, die sich in ihren Vergewaltiger verliebt. Die Behörden entzogen La Jolie daraufhin die Dreherlaubnis. Erst nach Durchsicht des Drehbuches durfte Jolie wieder in Bosnien filmen. Aber da war es schon zu spät. Statt der zehn geplanten Drehtage wurden es nur sechs und Angelina selbst ließ sich am Set in Bosnien nicht mehr blicken. Stattdessen wich sie nach Ungarn aus und filmte lieber in Budapest.
+++ Jolie-Film: großes Lob und leise Zweifel +++
Kinostart ist der 23.2.2012