Alles anders als gehofft: Von Europa erwartete der gebürtige Inder Santosch K. Sicherheit und eine erfolgreiche Zukunft. Seit zehn Monaten wohnt der 25-Jährige nun schon in Graz – von Geborgenheit ist jedoch keine Rede.
Der Volksgarten nahe seiner Wohnung habe sich immer mehr zu einem Drogenhotspot entwickelt. "Die Dealer werden brutal, sobald ich frage, warum sie hier Kokain verkaufen", fürchtet er sich.
"Als ich hier in Österreich ankam, konnte ich es kaum glauben, dass ich in Europa war", schwärmte er anfänglich noch. Doch die Vorfreude verschwand schlagartig. Täglich erlebt Santosch nun Streit, Prügeleien und illegale Machenschaften. "Selbst in Indien habe ich mich wohler gefühlt als hier", bedauert der Student seinen Umzug.
Nicht nur um sich selbst sorgt sich der Wahl-Grazer. "Das hat doch auch Einfluss auf die Jugend hier." Er selbst beginnt im Oktober sein Luftfahrtstudium und fürchtet, dass seine künftigen Kommilitonen unter dem schlechten Einfluss leiden. "Die jungen Österreicher sehen diese Leute beim Drogenkauf und wollen es dann selbst probieren", mutmaßt er.
In Graz ist das Problem bereits länger bekannt. Seit der Einrichtung der Schutzzone am 15. Juli 2024 sprachen laut dem Sicherheitsmanagement der Stadt Polizisten 1.062 Betretungsverbote aus. Im selben Zeitraum erstatteten die Beamten 1.499 Anzeigen.
Diese umfassen beispielsweise Verstöße gegen das Suchtmittelgesetz (397) sowie Missachtungen bereits bestehender Betretungsverbote (709). Die Schutzzone wurde auch dieses Jahr wieder um ein halbes Jahr verlängert.