Am Mittwoch kenterte ein Flüchtlingsschiff aus Südostasien vor der Küste Indonesiens. Von den 150 Flüchtlingen konnte bislang nur ein Drittel gerettet werden. Über hundert Personen werden immer noch vermisst.
Die australischen Behörden leiteten am Mittwoch einen Notruf eines Flüchtlingsschiffs, das zwischen Java und Sumatra in Seenot geraten war, an Indonesien weiter. Nach einer ersten, erfolglosen Suche durch die indonesischen Behörden, rettete die Besatzung eines australischen Handelsschiffs sechs Menschen aus dem Meer.
Amsa, der australische Seenot-Rettungsdienst, wollte die Suche in dem Seegebiet rund 400 Kilometer vor den Weihnachtsinseln bis Freitag fortsetzen. Handelsschiffe und Marine arbeiten hierfür eng zusammen. Bislang wurden 45 Überlebende gerettet. Laut Amsa waren drei von ihnen schwer aber nicht lebensbedrohlich verletzt.
Gefährliche Überfahrt
Immer wieder wagen Menschen von Südostasien aus die gefährliche Überfahrt nach Australien, um dort Asyl zu suchen. Sie steuern dabei die australische Weihnachtsinsel an, die nur rund 300 Kilometer vor der indonesischen Küste, aber 2.600 Kilometer von Australien entfernt im Indischen Ozean liegt. Allein in diesem Jahr kamen dabei 300 Menschen ums Leben.
Als Abschreckung vor einer Überfahrt wird Australien Asylsuchende künftig wieder weit vor seiner Küste in Auffanglagern in den Inselstaaten Nauru und Papua-Neuguinea unterbringen. Seit dem Beschluss kamen allerdings bereits 1.000 Bootsflüchtlinge in Australien an. Innenminister Jason Clare warnte vor der gefährlichen Reise: "Wir haben heute gesehen, dass es ein echtes Risiko gibt, dass Menschen dabei sterben."