Tsunami fordert 281 Tote und über 1.000 Verletzte

Nach einem Vulkanausbruch ist ohne Vorwarnung eine Flutwelle über Indonesiens Küstenregionen und Touristenstrände hereingebrochen.

Die Zahl der Todesopfer durch die Tsunami-Katastrophe in Indonesien ist auf mindestens 281 gestiegen. Mehr als 1.000 weitere Menschen seien verletzt worden, erklärte die Katastrophenschutzbehörde des Landes am Montag. Die Zahl der Opfer drohe weiter zu steigen. Bislang war die Zahl der Toten mit 222 angegeben worden.

Nach Angaben des Geoforschungszentrums (GFZ) im deutschen Potsdam war der Tsunami die Folge einer Kettenreaktion. Zuerst erschütterte ein Beben der Stärke 5,1 in etwa einem Kilometer Tiefe die als Sundastraße bekannte Meerenge.

Etwa zeitgleich sei außerdem der Vulkan Anak Krakatau ausgebrochen, sagte der GFZ-Experte Jörn Lauterjung am Sonntag der Nachrichtenagentur DPA.

Noch sei unklar, ob der Vulkanausbruch oder das Beben dann einen Erdrutsch ausgelöst habe. Dieser Landrutsch wiederum sei vermutlich die Ursache des Tsunamis gewesen.

Wieso gab es keinen Alarm?

Ein Forscher für Planetologie und Geowissenschaften der Open University hat gegenüber "The Guardian" erklärt, wieso es schwierig ist, ein Frühwarnsystem für Tsunamis einzusetzen und wieso dieses am Samstagabend versagt hat.

"Die Warn-Bojen vor dem betroffenen Gebiet sind so platziert, dass sie aufgrund von Erdbeben Alarm schlagen, die von den tektonischen Platten unter Wasser ausgehen."

Da der Tsunami in diesem Fall aber durch einen Vulkanausbruch ausgelöst worden ist, sei dies nicht möglich gewesen. Und selbst wenn die Bojen den Tsunami erkannte hätten, wäre den Behörden und der Bevölkerung nur sehr wenig Zeit geblieben, um zu reagieren. Denn der Vulkan befindet sich sehr nahe am betroffenen Küstenabschnitt.

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