Der Standort in Österreich befindet sich einer Dauer-Flaute. Seit Monaten schlittern fast täglich heimische Unternehmen in die Pleite und Angestellte zittern kurz vor Weihnachten um ihre Jobs. Eine Entspannung der Lage ist nicht in Sicht.
Allein im November waren in Österreich über 300.000 Menschen ohne Arbeit. Wie die Statistik Austria nun informierte, trifft es die Sektoren Industrie und Gewerbe, sowie Land- und Forstwirtschaft besonders stark.
Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl der Erwerbstätigen im 3. Quartal um 9.000 bei der Land- und Forstwirtschaft (-6,4 Prozent) und um 54.200 im Sektor Industrie und Gewerbe (-4,6 Prozent).
"Den größten Anteil am Rückgang in Industrie und Gewerbe hatte dabei die Herstellung von Waren mit einem Minus von 47 500 Erwerbstätigen", so die Statistik Austria in ihrem Bericht. In anderen Bereichen würde man sich trotz der Flaute auf einem ähnlichen Wert wie im Vorjahr befinden.
"Der Arbeitsmarkt zeigt sich trotz tiefer Rezession durchaus robust. Insgesamt blieb die Zahl der Arbeitslosen und der Erwerbstätigen im 3. Quartal 2024 nahezu unverändert. Allerdings gingen im Vergleich zum Vorjahr die Erwerbstätigen in Industrie und Gewerbe kräftig zurück, während im Dienstleistungsbereich die Zahl der Erwerbstätigen deutlich gestiegen ist. Auffallend ist auch, dass Ältere länger im Erwerbsleben bleiben. Im 3. Quartal 2024 waren 59,6 Prozent der 55- bis 64-Jährigen erwerbstätig, das ist ein Anstieg um 1,9 Prozentpunkte; im internationalen Vergleich liegt die Erwerbsbeteiligung Älterer in Österreich aber weiterhin unter dem EU-Schnitt und deutlich von Ländern wie Deutschland, den Niederlanden oder Schweden entfernt", so Statistik Austria-Generaldirektor Tobias Thomas.
Die meisten offenen Stellen gab es zudem im Bereich "Handel, Logistik und Verkehr" mit 25.878 unbesetzten Jobs. Dicht dahinter folgt die Elektronikbranche, bei der etwas mehr als 23.000 Arbeitsplätze unbesetzt sind.
Es folgen sowohl "Gesundheit, Soziales, Schönheitspflege" (18.737) und "Maschinenbau, KFZ, Metall" (18.246).
Die wenigsten offenen Stellen gab es hingegen in der Branche "Textil, Bekleidung, Mode, Leder" (169) und im Bereich der Medien (406). Insgesamt waren damit im gesamten November 152.267 Stellen unbesetzt.
"Es braucht dringend Anreize für Mehrarbeit, Entlastungen für Vollzeitkräfte und Arbeiten im Alter sowie den Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen. Ein degressives Arbeitslosengeld kann ebenfalls dazu beitragen, Menschen rascher in Beschäftigung zu bringen – hier darf es in den Regierungsverhandlungen keine Denkverbote geben", betont Wirtschaftsbundpräsident Kurt Egger.