2020 sollen Plastiktaschen im Handel verboten werden. Das stößt auf Unverständnis in der Kunststoffbranche. Zumal es seit 2016 einen eklatanten Rückgang im Handel gibt.
Das am Wochenende von der Regierung angekündigte Verbot von Plastiksackerln und Mikroplastik in Kosmetika stößt auf Unverständnis in der Kunststoffbranche. „Als Umweltschutzmaßnahme dienen solche Verbote in Österreich nicht, da hierzulande funktionierende Abfallmanagementsysteme dafür sorgen, dass Kunststoff ordnungsgemäß verwertet wird", hieß es heute in einer Aussendung des Fachverbandes der Chemischen Industrie.
Voraussetzung für Maßnahmen, die der Umwelt tatsächlich nützen, ist eine positive Ökobilanz. Dabei schneide das Papiersackerl aufgrund der Ressourcenintensität bei der Herstellung keineswegs besser ab, so der Fachverband. Und auch abbaubare Plastiksackerln schaden der Umwelt, wenn sie im falschen Glauben im Kompostmüll landen, betonte der Fachverband weiter.
„Recycling und Mehrweg im Sinne einer umfassenden Kreislaufwirtschaftsstrategie wären auf jeden Fall zielführender", wurde dessen Geschäftsführerin Sylvia Hofinger in der Mitteilung zitiert. Die Kunststoffbranche setze auf einen Ausbau der Rezyklierbarkeit sowie auf eine Erhöhung des Rezyklatanteils. Gleichzeitig müsse das Bewusstsein der Menschen für einen schonenden Umgang mit Ressourcen aller Art geschärft werden.
Verbrauch von Plastik-Sackerln rückläufig
Vor dem von der Regierung für 2020 angestrebten kompletten Verbot von Plastiksackerln im Handel hat eine 2016 eingeführte freiwillige Reduktion der häufig nur einmal verwendeten Tragtaschen zu einer beträchtlichen Einsparung geführt.
Fast 445 Millionen Stück Plastiksackerln weist die Statistik für 2014 aus, das macht 52,1 Sackerl pro Einwohner. 2017 waren es knapp 388 Millionen bzw. 44 Stück pro Kopf.
An Sackerln aus leichtem Kunststoff wurden im Vorjahr 2,5 pro Einwohner abgegeben, nach 3,5 im Jahr 2014, an Tragtaschen aus schwerem Kunststoff 2017 nur 2,2 Stück, 2014 waren es statistisch gesehen 7,7. (red)