Infizierter Heimleiter bricht Quarantäne, geht arbeiten

Zwei Altenpfleger in Schutzmontur im Einsatz. Symbolbild
Zwei Altenpfleger in Schutzmontur im Einsatz. SymbolbildSebastian Gollnow / dpa / picturedesk.com
Riesen-Aufregung in der Vorarlberger Gemeinde Sulzberg. Der langjährige Leiter des dortigen Altenheims wurde mit sofortiger Wirkung suspendiert.

25 Jahre lang habe der Mann das Altenwohnheim "souverän und in bester Zufriedenheit für die Gemeinde geführt", niemals habe man an dem "hohen Verantwortungsbewusstsein und seiner unglaublichen Einsatzbereitschaft" gezweifelt, klagt Bürgermeister Lukas Schrattenthaler gegenüber "Vol.at". Und nun das! Noch am Sonntag musste die Gemeinde die Notbremse ziehen, der langjährige Heimleiter wurde nach einer potenziell folgenschweren Verfehlung mit sofortiger Wirkung suspendiert.

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Der Mann hatte sich dem Bericht zufolge selbst mit dem Coronavirus infiziert. Doch anstatt sich wie vorgeschrieben in Quarantäne selbst zu isolieren, arbeitete er einfach weiter – der ausdrücklichen Weisung des Bürgermeisters zum Trotz.

Über eine behördliche Anzeige kam der Vorfall an den Weihnachtsfeiertagen ins Rollen, umgehend wurden Ermittlungen aufgenommen. Die Gemeinde habe in Folge in Abstimmung mit den zuständigen Landesstellen beschlossen, den Heimleiter mit sofortiger Wirkung vom Dienst zu entheben. 

Anschuldigungen

"Er hat das Altenheim mit beachteten Erfolg geführt. Nichts desto trotz muss der Heimleiter sich jetzt persönlich der Verantwortung für sein Fehlverhalten stellen", so Schrattenthaler weiter. Auch für Pflege-Landesrätin Katharina Wiesflecker habe an einer Suspendierung kein Weg vorbei geführt. Nun müssten die Anschuldigungen "sauber aufgearbeitet und sorgfältig aufgeklärt werden." Wer interimistisch einspringen wird, ist noch nicht geklärt.

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