Infizierter Mietwagenfahrer chauffierte in NÖ Gäste

Der angeklagte Fahrer einer Mietwagenfirma vor Gericht
Der angeklagte Fahrer einer Mietwagenfirma vor GerichtTrimmel Sascha
Trotz Corona hatte ein Mietwagenfahrer Dienst gemacht und wurde dann betrunken und schlafend am Steuer seines Autos gefunden. Dann ging der Stunt los. 

Wegen einer unglaublichen Geschichte musste der Fahrer einer bekannten Mietwagenfirma in Wiener Neustadt auf die Anklagebank: Der gebürtige Rumäne hatte lange Zeit in England gelebt, dort einige Anzeigen und Verurteilungen kassiert, aber immerhin die Sprache erlernt. 

Ein Liter Schnaps

Am 23. Dezember hatte der 43-Jährige 15 Fahrgäste, am Heiligen Abend nur einen Passagier. Am Abend kam es zu einer feuchtfröhlichen Videokonferenz mit Freunden, dabei vernichtete der gebürtige Osteuropäer einen Liter Schnaps.

Rund eine halbe Stunde nach Mitternacht wurde die Polizei im Bezirk Mödling alarmiert: "Da ist einer bewusstlos in seinem Mercedes." Die Beamten eilten zum Mietwagen und fanden den 43-Jährigen schlafend über dem Lenkrad vor. Ein Alkotest ergab: 1,5 Promille.

Im Leerlauf Vollgas

Das logische Resultat: Führerscheinabnahme. Der Rumäne zeigte sich anfangs einsichtig, erklärte dann aber den Beamten, jetzt endlich nach Hause fahren zu wollen. Die Polizisten wollten den Fahrzeugschlüssel, nach einer Diskussion wurde schließlich eine Kralle am Reifen angebracht.

Wenig später folgte bereits der nächste Anruf eines Anrainers bei der Polizei: "Da sitzt einer im Auto, der Wagen hat eine Wegfahrsperre. Der Typ gibt im Leerlauf die ganze Zeit Vollgas und hupt permanent." Die Polizisten wussten sofort was Sache war, fuhren erneut zum Rumänen und nahmen ihn fest.

Polizisten und Fahrgäste in Quarantäne 

Doch bei der Festnahme schrie der Rumäne in routiniertem Englisch: "I think I have Corona." Im Polizeiwagen verweigerte der 43-Jährige einen Mundschutz, brüllte aus dem geöffneten Wagenfenster und wollte aus dem Polizeiauto hüpfen. Am Posten der Exekutive kam schließlich die Rettung, die Sanitäter im Schutzanzug diagnostizierten erhöhte Temperatur und Corona. 

In der Folge mussten alle beteiligten Beamten sowie sämtliche Fahrgäste der letzten Tage in Quarantäne - positiv war wie durch ein "Weihnachtswunder" niemand.

Beim Prozess zeigte sich der Angeklagte teilweise geständig, konnte sich aber an vieles nicht mehr erinnern. Das Urteil: Ein Jahr bedingt plus 4.080 Euro Geldstrafe.

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