Infiziertes Frühchen hat das Coronavirus besiegt

Viel zu früh auf die Welt gekommen, war Baby Peyton bereits mit dem Coronavirus infiziert. Jetzt gilt Schottlands jüngste Covid-Patientin als geheilt.

"Sie ist unser kleiner Regenbogen mitten im Sturm", sind Tracy und ihr Ehemann Adrian "AJ" Maguire aus dem Glasgower Vorort Bellshill überglücklich. Ihre gemeinsame Tochter war wegen möglicher Komplikationen am 26. März 2020 als Frühchen acht Wochen vor ihrem eigentlichen Geburtstermin mittels Kaiserschnitt auf die Welt geholt worden. Die kleine Peyton Elizabeth wog da nur rund 1,5 Kilo.

Nach den ersten Wochen unter ständiger Betreuung im Krankenhaus bemerkte die junge Mutter, dass ihr Baby kaum hörbar schniefte und ein leises Husten. Sofort wurde Peyton von den Ärzten auf eine Vireninfektion getestet.

Gegenüber der BBC erinnert sich Tracy Maguire an den Moment. Es sei eines der "schlimmsten Dinge" gewesen, die sie jemals gesehen hätte. "Es war das erste Mal, dass ich mein Baby weinen sah. Ich habe sie gehalten, habe selbst geweint und versucht, gemeinsam alles durchzustehen." Das kleine Mädchen war gerade einmal drei Wochen alt, als die Mediziner die Schockdiagnose stellten: Corona.

"Der Arzt versuchte mich zu beruhigen, aber ich habe nur schluchzen können. So gut es ihr doch ging, stellte ich mir nur immer wieder die Frage, wie sie sich hatte anstecken können. Wie soll sie dagegen ankämpfen, wo sie doch so winzig ist? Es war einfach diese Unsicherheit..."

Das Frühchen sollte daraufhin von seinen Eltern getrennt und auf einer Isolierstation behandelt werden. Für volle 14 Tage ihre neugeborene Tochter nicht in den Armen halten zu können, das war für Mama Tracy aber unvorstellbar. Sie habe die Ärzte so lange angefleht, bei ihrem Baby bleiben zu dürfen, bis diese schließlich einwilligten. "So gut sie sich auch um sie gekümmert haben, ich bin ihre Mutter. Selbst wenn es nur eine Erkältung wäre, würde ich bei ihr bleiben wollen", schildert die Frau weiter. Ihr Mann Adrian durfte sie allerdings nicht besuchen, er musste daheim in Selbstisolation auf seine Familie warten.

Am Montag konnte er seine Tochter zum ersten Mal seither wieder in den Armen halten. Schottlands wohl jüngste Corona-Patientin gilt mittlerweile als geheilt.

Voller Freude bedankte sich die junge Familie bei den Ärzten und Pflegern des Wishaw General Hospital. "Sie machen einen Job, der völlig surreal ist – sie setzten ihr Leben aufs Spiel, nur um sicherzugehen, dass mein Baby gefüttert wird und haben sie sogar in voller Schutzausrüstung im Arm gehalten", so Tracy Maguire weiter. "Es ist unglaublich, Sie werden nie verstehen, wie dankbar ich diesen Menschen bin. Peyton ist mir das Wichtigste auf dieser Welt und ich habe sie ihnen anvertraut."

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