Österreich

Anrainer: "Sie halten sich nicht an die Regeln"

Heute Redaktion
13.09.2021, 22:30

Bei einem Info-Abend präsentierte der Betreiber des "Stöckls" in Wien-Wieden die – nach Anrainerprotesten – adaptierten Pläne. Die Anrainer hat das nicht überzeugt.

Aufgeheizte Stimmung im prall gefüllten Amtshaus Wieden: Bei dem Info-Abend, der am 13. November zum geplanten Belvederestöckl in der Prinz-Eugen-Straße (Wien-Landstraße) stattfand, gab es während der Präsentation immer wieder heftige Zwischenrufe aus dem Publikum.

Eigentlich wollte der Betreiber des "Stöckls" den betroffenen Anrainern die Neuerungen und Adaptierungen ("Heute" hat berichtet) präsentieren, nachdem diese gegen das Projekt mobil machten.

Großes Interesse bei den Anrainern

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Rund 2o0 Interessierte waren der Einladung zu der zweistündigen Präsentation gefolgt, bei der mithilfe von Gutachtern und Spezialisten offene Fragen und Sorgen– und strittige Themen wie Lärm- und Geruchsbelästigung sowie Parkplatznot – beantwortet werden sollten.

Gleich zu Beginn der Veranstaltung gab der Bezirksvorsteher der Wieden, Leo Plasch (SPÖ) seinem Wunsch nach einer konstruktiven Diskussion Ausdruck: "Ich kenne die Bewohner des 4. Bezirks als sehr diszipliniert und hoffe auf ein Ergebnis, mit dem alle gut leben können".

Hitzige Debatten zum "Stöckl"

Trotzdem dieses frommen Wunsches war die Diskussion von streckenweisen hitzigen Debatten gekennzeichnet, auch gab es immer wieder Zwischenrufe. Dennoch bewertet Szekely im Gespräch mit "Heute" den Abend als sehr positiv: "Wir haben versucht, den Menschen ihre Befürchtungen zu nehmen, bei etwa der Hälfte der Anwesenden haben wir das gut geschafft". Die übrigen Anwesenden verhielt sich neutral, ein weiteres Drittel blieb skeptisch.

"Fragen wurden nicht beantwortet"

Naturgemäß anders sieht das die Anrainer-Initiative, wie deren Sprecher Hellmut Schneider betont: "Wir haben in erster Linie darauf gehofft, endlich eine Antwort auf die Frage zu bekommen, wie so ein großes Lokal mitten in der Kernschutzzone Weltkulturerbe errichtet werden kann. Jede Frage wurde mit dem Hinweis auf gültige Bescheide beantwortet. Wie es jedoch dazu kam, wurde nicht beleuchtet".

Die Anrainer seien nicht per se gegen eine Wiederbelebung des Stöckls, wohl aber gegen dessen geplante Dimension. "Die angekündigte Reduktion der Sitzplätze ist auch kein Entgegenkommen an uns Anrainer, sondern hat betriebliche Gründe", ist Schneider überzeugt.

Weitere Gespräche geplant

Trotzdem betonen sowohl Betreiber- wie auch Anrainerseite miteinander reden zu wollen. So soll bald ein Termin folgen, bei dem eine mögliche Reduktion der Öffnungszeiten besprochen werden soll. Szekely stellt "Heute" gegenüber in Aussicht, dass ein Abrechnen um 23 Uhr denkbar wäre, danach könnten Gäste keine weiteren Getränke bestellen. Das wäre eine Stunde länger als die Schanigarten-Regelung für private Gründe erlaubt. "Genau das ist der Punkt", betont Schneider, denn: "Würde sich der Betreiber an die gültigen Regeln halten, gäbe es viele Probleme gar nicht".

(lok)