Initiative deckt Geldflüsse zu radikalen Medien auf

Kampf gegen radikale Medien: Die Brand-Safety-Bewegung deckt Geldflüsse auf.
Kampf gegen radikale Medien: Die Brand-Safety-Bewegung deckt Geldflüsse auf.Getty Images/iStockphoto
Dank einer Kooperation des Online-Vermarkterkreises mit der Brand-Safety-Bewegung werden Geldflüsse zu radikalen Medien auch in Österreich aufgedeckt.

Die "Stop Funding Hate"-Kampagne wurde 2016 in Großbritannien ins Leben gerufen. Konkret wird hier die Werbung von Unternehmen in radikalen Medien untersucht. Jetzt werden jene Geldflüsse auch in Österreich aufgedeckt.

Wirtschaftlicher Schaden beträgt rund 22 Millionen Euro

Der wirtschaftliche Schaden von Werbung auf nicht vertrauenswürdigen Websites beläuft sich auf bis zu 22 Millionen Euro pro Jahr, heißt es in einer Aussendung von leisure communications. Das starke Wachstum programmatischer Werbung im Open-Business-Bereich führt dazu, dass Kampagnen auch dort landen, wo sie niemals erscheinen sollten: auf Plattformen, die extremistische, diskriminierende, diskreditierende oder rassistische Inhalte sowie Fake-News, Verschwörungstheorien und Hass verbreiten.

Dies hat neben negativen Imagetransfer auch sinkendes Vertrauen in das beworbene Produkt zur Folge. Die "Stop Funding Hate"-Kampagne möchte hier gegensteuern. Die Unterschiede zwischen seriösen und fragwürdigen Digitalangeboten zeigen sich oft erst bei einem genaueren Blick, wie sich am Beispiel von "Washington Post" und "Washington Times" zeigt. Während Erstere das Nachrichtenportal der traditionsreichen US-Tageszeitung ist, richtet sich "Washington Times" an ein stark rechtsextremes Milieu.

Werbung braucht Kontrolle

Bei programmatischen Buchungen im Open-Business-Bereich entfallen im Schnitt 30 Prozent der Ad-Impressions auf betrügerische Anbieter. "Mit den Lockerungen der Covid-19-Maßnahmen und rund um die UEFA EURO 2021 stiegen die Aktivitäten der Werbetreibenden deutlich an. Dadurch zeigt sich besonders, wie viel Geld durch Unwissenheit, fehlerhafte Technik und Ad-Fraud dem Markt entzogen wird", erklärt Stop-Funding-Hate-Gründer Thomas Koch.

"Durch die Zusammenarbeit mit dem Online-Vermarkterkreis ergibt sich nun ein vollständiges und gleichzeitig leider erschreckendes Bild für den gesamten deutschsprachigen Raum, das bei Werbetreibenden die Alarmglocken schrillen lassen sollte", ergänzt Stop-Funding-Hate-Now-Gründer Michael M. Maurantonio.

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Für den Online-Vermarkterkreis ist die Zusammenarbeit mit Stop Funding Hate Now ein weiterer sehr wichtiger Schritt, um die Debatte über Ad-Fraud und die Intransparenz des Open Markets zu versachlichen. Die unabhängige Analyse schafft Bewusstsein bei Werbetreibenden und weist auf Betrugsgefahren hin.

"Es gibt mit Sicherheit keinen Werbetreibenden in Österreich, der die Verbreitung von extremistischem Gedankengut fördern möchte. Werbung auf fragwürdigen Seiten schadet dem Image und raubt den Spendings ihre Kraft", ist man beim Online-Vermarkterkreis überzeugt und ergänzt: "Die Jagd nach dem günstigsten Tausenderkontaktpreis kann leicht zum Schuss nach hinten werden."

In Österreich bislang knapp 90 Unternehmen analysiert

Gemeinsam mit Stop Funding Hate Now wird der Online-Vermarkterkreis monatlich die Analysen der Hot AG Business Development publizieren. Der Stop Funding Hate Score schlüsselt die Spendings auf fragwürdigen und rechts- sowie links-extremistischen Seiten, die nach klaren und transparenten Kriterien definiert werden, jeweils nach Branchen und Unternehmen auf.

Er überprüft regelmäßig bis zu 300 solcher Seiten und wird in der Schweiz bereits seit September 2020 erhoben. In Deutschland startete die Erhebung im März 2021. Der Stop Funding Hate Score regt Werbetreibende dazu an, die Kontrolle über ihre Werbeausspielungen zurückzugewinnen und Werbeeuros besser, verantwortungsvoller und sicherer zu investieren. Für die erste österreichische Auswertung wurden das Werbeverhalten und die Präsenz auf fragwürdigen und extremistischen Seiten von knapp 90 Unternehmen analysiert.

Weitere Informationen auf https://stopfundinghate.info/

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