An der Universität Innsbruck wird derzeit intensiv an einem Prototyp für das künftige Quanteninternet gearbeitet.
Ziel ist es, Quantenprozessoren über Hunderte Kilometer hinweg miteinander zu verbinden und so eine abhörsichere Kommunikation sowie neue Möglichkeiten im Bereich des Quantencomputings zu schaffen.
Das ambitionierte Projekt wird von der Universität Innsbruck gemeinsam mit dem Spin-off AQT im Rahmen der Quantum Internet Alliance (QIA) umgesetzt. Die Europäische Kommission stellt 47,5 Millionen Euro bereit, wovon 5,4 Millionen Euro an die Innsbrucker Forscherinnen und Forscher gehen, wie die "Südtirol News" berichtet.
Kernstück der Entwicklung sind Quantenprozessoren, die über Glasfaserleitungen mittels Lichtteilchen miteinander verbunden werden. Dadurch sollen nicht nur abhörsichere Kommunikation und verteiltes Quantencomputing möglich werden, sondern auch hochpräzise Zeitmessungen.
"Aufbauend auf dem Innsbrucker Know-how werden wir zwei Netzwerke mit Ionenfallen-Quantencomputern im Großstadtmaßstab über eine Entfernung von mehreren hundert Kilometern miteinander verbinden", erklärt Tracy Northup vom Institut für Experimentalphysik der Universität Innsbruck.
Die Übertragung zwischen den Netzwerken erfolgt über Glasfaserleitungen, die sich über Hunderte Kilometer erstrecken. Ermöglicht wird das durch sogenannte Quanten-Repeater, deren Hardware unter anderem von Projektpartnern in Barcelona stammt. Das Innsbrucker Team arbeitet dabei eng mit dem Spin-off-Unternehmen AQT zusammen, um die notwendige Hardware für die Ionenfallen-Quantencomputer zu entwickeln.
In den kommenden Jahren soll das Quanteninternet-Projekt weiterentwickelt und in unterschiedlichen Testszenarien auf seine Funktionsfähigkeit geprüft werden.
"In den vergangenen Jahren haben wir die zentralen Bausteine eines Quanteninternets entwickelt", so QIA-Direktorin Stephanie Wehner.
Und weiter: "Unsere Aufgabe in dieser nächsten Phase besteht darin, diese Komponenten in einen Full-Stack-Prototypen für ein Quanteninternet zu integrieren. Europa steht weltweit an der Spitze der Quanteninternet-Technologien, und dieser Prototyp könnte der weltweit erste seiner Art werden."
Die Quantum Internet Alliance vereint über 50 Institutionen aus zwölf EU-Ländern, darunter Universitäten, Telekommunikationsunternehmen und Start-ups im Bereich Quantentechnologie.
Ziel ist es, gemeinsam ein globales Quanteninternet „Made in Europe“ zu schaffen und so die technologische Vorreiterrolle Europas weiter auszubauen. Weitere Informationen gibt es unter www.quantuminternetalliance.org.